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Kreditinstitute in ganz Europa suchen derzeit nach Abnehmern für Geschäftsbereiche, die sie wegen der neuen Eigenkapitalvorschriften abstoßen wollen. Die
Deutsche Bank beispielsweise hofft, durch den Verkauf von großen Teilen ihrer Vermögensverwaltung 2 Mrd. Euro einzunehmen.
Die Verschärfung der Eigenkapitalvorschriften droht damit das ursprüngliche Ziel zu verfehlen. Die Neun-Prozent-Quote wurde festgelegt, um die Widerstandskraft der Banken gegen die Schuldenkrise zu stärken. Dazu sollten sie Kredite und Vermögenswerte in ihrer Bilanz mit mehr hartem Kernkapital unterlegen, um Verluste abfedern zu können. Nach Berechnungen der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) fehlten den 70 größten europäischen Instituten zum Bilanzstichtag 30. September 115 Mrd. Euro, um die Quote zu erfüllen.
So viel Geld durch die Ausgabe neuer Aktien oder Einbehaltung von Gewinnen aufzubringen, ist im gegenwärtigen Marktumfeld praktisch unmöglich. Deshalb setzen viele Institute stattdessen auf eine Schrumpfkur. Zwar kann das durchaus dem Ziel dienen, die Risiken zu verringern. Der Verkauf profitabler Geschäftsbereiche oder gar eine Verminderung der Kreditvergabe an Unternehmen seien aber nicht wünschenswert, kritisierte am Donnerstag der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi.