Die in der Krise verstaatlichte Royal Bank of Scotland macht sich hübsch für die Börse. Der Schrumpfkur fallen auch die gut 900 Kneipen des Finanzkonzerns zum Opfer. Sie gehen an die niederländische Heineken-Brauerei.
Die Royal Bank of Scotland (RBS) verkauft 918 Kneipen an die Heineken-Brauerei. Mit den Niederländern sei ein Kaufpreis von 422 Mio. Pfund (495 Mio. Euro) vereinbart, teilte die Bank am Freitag mit.
Das in der Krise verstaatlichte Geldhaus will sich in Zukunft auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Die Schrumpfkur soll auch die Rückkehr an die Börse erleichtern, wenn die britische Regierung ihren 80-Prozent-Anteil an der RBS eines Tages wieder verkauft.
Die Pubs hatte die Bank 1999 von der Brauerei Scottish & Newcastle erworben. Betrieben wurden sie von Pächtern, im vergangenen Jahr brachten die Konzessionen der RBS einen Vorsteuergewinn von 45 Mio Pfund ein. Unter den Pächtern ist auch der Ex-Mann von Madonna, der britische Regisseur Guy Ritchie. Er betreibt in London eine Kneipe namens Punch Bowl.
Die Aktie der RBS legte am Freitag rund fünf Prozent zu. Die Heineken-Titel dagegen gaben nach Kursgewinnen am Morgen leicht nach. Analysten werteten das Geschäft als Fehlkauf. Heineken investiere "in den wahrscheinlich an schnellsten absteigenden Zweig der britischen Bier-Industrie", kommentierte die Citigroup. Der Analyst Wim Hoste von der belgischen Bank KBC sagte: "Mir wäre lieber, sie würden Brauereien in Schwellenländern kaufen als Pubs in einem Land wie Großbritannien."
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