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Merken   Drucken   30.09.2011, 09:09 Schriftgröße: AAA

Schuldendebakel: Die Krise der europäischen Banken

Die europäischen Geldhäuser gehören zu den größten Kreditgebern der Euro-Zone, weshalb die Krise sie massiv belastet. Sie kämpfen mit Problemen an allen Fronten. Ein Überblick.
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Die europäischen Geldhäuser gehören zu den größten Kreditgebern der Euro-Zone, weshalb die Krise sie massiv belastet. Sie kämpfen mit Problemen an allen Fronten. Ein Überblick. von Frank Bremser  und Barbara Schäder  Frankfurt
Auf Europas Bankenbranche lastet die Staatsfinanzkrise der Euro-Staaten ebenso wie Refinanzierungsprobleme und der schwache Kapitalmarkt. Das spiegelt sich auch in den Aktienkursen der Institute wider. FTD.de zeigt die größten Baustellen der europäischen Geldhäuser.
Banken, Versicherungen und Fonds sind Gläubiger der hoch verschuldeten Euro-Staaten. Sie haben in den vergangenen Jahrzehnten Milliarden an Schuldtiteln dieser und anderer Länder gekauft. Staatsanleihen gelten traditionell als sichere Anlage.
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Die Papiere ausgerechnet von Schuldensündern wie Griechenland waren für viele Investoren in der Vergangenheit besonders attraktiv, weil sie etwas höhere Zinsen abwarfen als beispielsweise deutsche Bundesanleihen. Nachdem Griechenland Ende 2009 aber das wahre Ausmaß seiner Schuldenlast offenbarte, wollte niemand mehr die Papiere haben. Abnehmer für seine Staatsanleihen fand das Land nur noch gegen die Zahlung so hoher Zinsen, dass die Refinanzierungskosten schließlich untragbar wurden. Ähnlich erging es Portugal und Irland.
Abschreibungen drohen
Sollten eines der drei Länder trotz der Notkredite von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) pleite gehen, blieben neben diesen staatlichen Helfern auch die Finanzinstitute auf ihren Forderungen sitzen. Sie müssten dann die betroffenen Staatsanleihen zumindest teilweise abschreiben. Die Furcht vor einem solchen Szenario ist ein Grund dafür, dass Anleger ihr Geld aus Bankaktien abziehen.
Der IWF schätzte das Abschreibungsrisiko der europäischen Banken durch Anleihen hoch verschuldeter Länder auf 200 Mrd. Euro. Rechne man noch die Forderungen an Geldhäuser in den Peripherie-Staaten hinzu, steige die potenzielle Belastung sogar auf 300 Mrd. Euro, schrieb der IWF in einem vergangene Woche veröffentlichten Bericht.
Die Finanzbranche soll als Beitrag zum zweiten Rettungspaket für Athen den Griechen einen Teil ihrer Kredite stunden und ihnen 13,5 Mrd. Euro ganz erlassen. Unter Einrechnung entgangener Zinsen bedeutet das für die Finanzinstitute nach Angaben des internationalen Bankenverbands IIF einen Abschreibungsbedarf von 21 Prozent. Die meisten Institute haben den Wert der Staatsanleihen in ihrer Bilanz zum Ende des zweiten Quartals bereits entsprechend berichtigt.
Kursinformationen und Charts
  Deutsche Bank 29,085 EUR  [0.26 +0,90%
  Barclays 176,3 GBp  [-3.15 -1,76%
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Das gilt allerdings nicht für alle: Die Deutsche Bank  beispielsweise teilte in ihrem Quartalsbericht mit, die Folgen der Einigung über die Gläubigerbeteiligung würden noch geprüft. Sie beschränkte sich bei den Abschreibungen im zweiten Quartal zunächst auf die im Handelsbuch gehaltenen Griechen-Anleihen, wo die Papiere nach ihrem Marktwert bilanziert werden. Wertberichtigungen im Bankbuch stehen damit noch aus.
Dabei gilt das Prinzip: Im Handelsbuch stehen Wertpapiere, mit denen gehandelt wird, im Bankenbuch Papiere, die zur längerfristigen Anlage gehalten werden. Deshalb müssen Anleihen im Handelsbuch zu Marktpreisen bewertet werden. Papiere im Bankbuch werden jedoch zum Anschaffungspreis bilanziert - so, als würden sie bis zur Endfälligkeit gehalten. Eine Korrektur ist nur dann nötig, wenn konkret ein Ausfall droht.
Noch gravierender ist die Ungewissheit darüber, ob die Abschreibung von 21 Prozent ausreicht. Nach FTD-Informationen diskutieren die Euro-Staaten darüber, von den Banken ein höheres Opfer zu fordern. Zudem beschränkten sich viele Banken bei den bisherigen Abschreibungen auf Anleihen, die spätestens am 31. Dezember 2020 fällig werden - weil die Abmachung mit Griechenland nur diese Papiere betrifft. Unter Wirtschaftsprüfern ist aber umstritten, ob eine solche selektive Bewertung zulässig ist.
Das Misstrauen der Banken untereinander wächst. Ein Risikomaß dafür ist der Euribor-OIS-Spread. Der Overnight-Index-Swap-Satz (OIS) ist dabei ein spezielles Zins-Swap-Geschäft. Bei einem solchen Deal tauschen die Handelspartner untereinander Zinszahlungen aus. Im Fall des OIS handelt es sich dabei um den Handel eines festen Referenzzinssatzes gegen einen variablen Zins auf Basis von Tagesgeldzinssätzen. Die Differenz zwischen dem Dreimonats-Euribor, also dem Termingeldzinsatz für die Laufzeit von drei Monaten, und dem OIS gilt als Maß für Risiko und Liquidität am Interbankenmarkt.
Die europäische Zentralbank EZB in Frankfurt   Die europäische Zentralbank EZB in Frankfurt
Zum Dreimonatszins leihen die Banken einander tatsächlich Geld - er gilt daher als riskanter Satz. Zum OIS werden dagegen nur Zinsen getauscht, weshalb er auch als risikoloser Satz angesehen wird. Vor der Finanzkrise lag der Spread in der Euro-Zone bei fünf Basispunkten. Derzeit beträgt er 0,91 Prozentpunkte und liegt damit nur knapp unter dem Niveau, das er nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers erreicht hatte. Die Banken verlangen also hohe Zinsen voneinander.
In dieses Bild passt, dass auch die Einlagen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich ansteigen. Geschäftsbanken können ihre Überschussliquidität über Nacht bei der EZB einlagern und erhalten dafür Zinsen. Dieser Zins ist jedoch deutlich niedriger als der, den sie im Interbankenmarkt erhalten würden. Um diese Einlagerungen zu begrenzen, wird etwa die Norwegische Zentralbank im Oktober eine Höchstgrenze für Einlagen einführen. Die Banken sollen damit gezwungen werden, das Geld anderweitig zu verwenden und nicht mehr bei der Nationalbank zu parken.
EZB besorgt
Auf der Gegenseite gilt, dass sich einige Banken mittlerweile fast ausschließlich über EZB-Kredite versorgen - weil ihnen anderer Geschäftsbanken nichts mehr leihen. Gegen Besicherung gibt die EZB Banken Darlehen in unbegrenzter Höhe. Erst kürzlich hatte die Zentralbank angekündigt, das noch bis mindestens zum Jahresende 2011 zu tun.
Dass die Situation problematisch ist, zeigte sich an einem Interview mit EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini-Smaghi. "Ab einem gewissen Punkt müssen wir verhindern, dass die Geldinstitute komplett abhängig von der Finanzierung durch die EZB werden", sagte er in der vergangenen Woche der "Australian Financial Review".
Zu einem heißen Thema hat sich für die Institute der Zugang zum Dollar  entpuppt. Zuletzt hatte es immer wieder Berichte gegeben, dass vor allem französische Banken in den USA ein Refinanzierungsproblem haben. US-Geldmarktfonds haben sich zudem aus dem Geschäft mit europäischen Banken zurückgezogen.
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So haben etwa die acht größten Geldmarktfonds in den USA in den vergangenen zwölf Monaten ihre Anlagen bei deutschen und bei britischen Banken halbiert. Italienischen und spanischen Banken geben sie überhaupt kein Geld mehr, bei französischen Banken fuhren sie ihre Investments ebenfalls zurück.
Auch andere Banken werden Europa gegenüber vorsichtiger. Kürzlich stellte die Bank of China ihre Fremdwährungstauschgeschäfte mit BNP Paribas , Société Générale  und Crédit Agricole  ein. Als Grund gilt unter anderem das Engagement der Häuser in Griechenland und weiteren hoch verschuldeten Euro-Staaten.
Dollar-Kredite werden für Europas Banken teurer
Ein Risikomaß für die Dollar-Refinanzierung ist der Cross Currency Basis Swap. Dabei leiht sich ein Investor von einem Partner Dollar, dem er gleichzeitig Euro borgt. Beide tauschen Gelder zum aktuellen Wechselkurs. Im Gegensatz zum normalen Devisentausch vereinbaren die Parteien jedoch dabei, sich gegenseitig Zinsen für die Laufzeit des Geschäfts zu zahlen.
Oft sind dies die Dreimonatszinsen auf dem jeweiligen Interbankenmarkt (etwa der Euribor). Aktuell muss ein Investor einen Abschlag auf den Euro-Zins hinnehmen. Gleichzeitig muss er jedoch den vollen Dollar-Zins für die Ausleihe in der US-Währung zahlen. Die Dollar-Darlehen verteuern sich somit für europäische Banken, wenn der Abschlag steigt. Derzeit beträgt der des Cross Currency Basis Swaps auf Dreimonatsbasis etwas über 100 Basispunkte. Noch im Mai lag er bei weniger als 0,1 Prozentpunkten.
Die großen Notenbanken haben bereits auf die Probleme reagiert: Mitte September kündigten die EZB, die Federal Reserve in den USA sowie der Notenbanken von Großbritannien, Japan und der Schweiz die Bereitstellung langlaufender Dollar-Kredite an. Zusätzlich zu den bereits im Mai 2010 eingeführten Darlehen mit einer Laufzeit von einer Woche erhalten die Banken die Möglichkeit, zunächst zu drei Terminen einen Dreimonatskredit in der US-Währung aufzunehmen. Die erste dreimonatige Dollar-Geldmarktoperation beginnt Mitte Oktober. Die dritte und vorläufig letzte endet Anfang März.
Problematisch könnten für viele Häuser auch die neuen Kapitalanforderungen gemäß Basel III werden. Sobald die Regeln von der EU und den nationalen Parlamente abgesegnet sind, besteht eine Übergangsfrist bis zum Jahr 2019. Bis dahin müssen alle Institute eine Kernkapitalquote von 4,5 Prozent der risikogewichteten Aktive erfüllen. Hinzu kommt ein Kapitalpuffer, der diesen Wert auf insgesamt sieben Prozent erhöht.
Bei einigen Banken, darunter Deutsche Bank , BNP Paribas und Barclays  kommen noch einmal 2,5 Prozentpunkte drauf. Denn sie gelten als global systemrelevant und müssen deshalb schärfere Anforderungen erfüllen. Außerdem soll es weitere Bestimmungen zur Verschuldung und zur Liquidität geben.
Nach Schätzungen der europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA von Dezember 2010 benötigen europäische Institute durch die Anforderungen an die Eigenkapitalhöhe rund 260 Mrd. Euro zusätzliches Geld. Sie müssen sich also Kapital beschaffen, etwa am Kapitalmarkt. Doch das Misstrauen ist so groß, dass diese Möglichkeit den Banken derzeit verschlossen ist. Ein Beispiel ist die österreichische Raiffeisen Bank International. Sie hatte noch im August angekündigt, innerhalb der kommenden zwölf Monate an den Markt gehen zu wollen - eine Ansage, die das Haus vor wenigen Tagen wieder kassierte.
Banker und Ratingagenturen befürchten zudem, dass die neuen Regeln die Gesamtwirtschaft schwächen werden. So erwartet Standard & Poor's, dass die Banken auf die härteren Kapital- und Liquiditätsvorgaben mit einer Anhebung der Kreditzinsen reagieren, um ihr Renditeniveau von acht bis 15 Prozent nicht in Gefahr zu bringen.
Am Wochenende hatten zahlreiche Topbanker in Washington am Rande eines Branchentreffens das Schreckgespenst einer Kreditklemme an die Wand gemalt. "Wenn man den Finanzsektor jetzt in diesem schwierigen Umfeld weiter schwächt, wird auch die Realwirtschaft einen hohen Preis zu zahlen haben", warnte etwa Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann . Auch Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis  signalisierte, dass Kredite teurer werden könnten, wenn neue Lasten hinzukämen. Die Sparkassen gehören neben den Volksbanken zu den wichtigsten Kreditgebern des deutschen Mittelstands.
Teure Anleihe Ähnlich kritisch sieht es auch beim Fremdkapital aus. Am Donnerstag brachte die Deutsche Bank eine unbesicherte Anleihe auf den Markt - es war die erste Emission einer Bank in Europa seit Mitte Juli. Das ist laut Nachrichtenagentur Bloomberg der längste Zeitraum, den es jemals ohne die Anleiheemission einer Bank gegeben hat. Der deutsche Branchenprimus musste Bloomberg zufolge einen Aufschlag von 100 Basispunkten auf den Dreimonatszinssatz Euribor drauflegen - einen vollen Prozentpunkt. Bei einer ähnlichen Emission im Februar hatte das Haus nur 0,4 Prozentpunkte Aufschlag zahlen müssen.
Aufgrund der höheren Risiken und der Schwierigkeit der Kapitalbeschaffung gehen einige Häuser zudem den Weg, Risiken abzubauen und ihre Bilanz zu verkleinern. Das geht mit einer sinkenden Kreditvergabe einher.
Die Krise an den Finanzmärkten schafft bei den Banken aber auch große Probleme auf der Ertragsseite. Vor allem die Institute mit großem Handelsgeschäft und Investmentbanking leiden. Quer durch die Branche mussten sie im zweiten Quartal deutliche Ertragsrückgänge hinnehmen. Bei der UBS  betrug das Ertragsminus im Vergleich zum Vorjahr 28 Prozent, bei der Credit Suisse  sank der Umsatz um 30 Prozent, bei Barclays  und HSBC  zwölf Prozent. Eine der wenigen Ausnahmen war dabei die Deutsche Bank, die im Geschäftsbereich Corporate Banking & Securities neun Prozent zulegen konnte. Grund war nach Angaben der Bank vor allem der boomende Rohstoffhandel.
Für das dritte Quartal sieht der Ausblick richtig düster aus. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet unter Berufung auf den Datenanbieter Dealogic von einem Einnahmenrückgang für die Investmentbanken aus dem Aktien- und Anleihengeschäft weltweit von 50 Prozent.
Eine LED-Leuchte des Unternehmens Osram   Eine LED-Leuchte des Unternehmens Osram
Grund ist vor allem die zunehmende Risikoaversion der Anleger. Sie ziehen sich vom Kapitalmarkt zurück. Sinkende Handelsvolumina bedeuten aber auch sinkende Erträge. Dabei betrifft es nicht nur das normale Handelsgeschäft mit Anleihen und Aktien - auch das Neuemissionsgeschäft ist nahezu zum Erliegen gekommen.
An den Anleihemarkt gehen nur noch Unternehmen, die es wirklich müssen. Vielen Firmen hilft, dass sie sich zu ruhigeren Kapitalmarktzeiten, als noch weniger Zinsen zu zahlen waren, einen Liquiditätsvorrat beschafft haben ("Opportunistic Funding").
Ebenso schlecht läuft das Geschäft mit Börsengängen. Nach Zahlen von Dealogic haben alleine in den USA 146 Firmen Börsengänge im Volumen von insgesamt 28,4 Mrd. Dollar bei der Aufsichtsbehörde SEC angemeldet. Sie sind aber bislang alle davor zurückgeschreckt, die Pläne auch durchzuziehen - so groß war der Rückstau zuletzt 2007.
In Europa sieht es nicht anders aus. Prominente Absagen aus Deutschlands sind etwa Evonik und H.C. Starck und Osram. Infolge der Entwicklung haben erste Banken bereits vorsichtig ihre Gewinnprognosen für das laufende Jahr zurückgenommen.
Noch wird die derzeitige Krise vor allem als Staatschuldenkrise gesehen, könnte aber schnell auf die Banken durchschlagen - wegen der generellen Liquiditätsprobleme und der Staatsanleihen, die die Häuser halten. Die Europäische Zentralbank versucht, zumindest die Liquidität der Institute zu stützen, indem sie neue Geldgeschäfte auflegt oder bestehende Programme erweitert. Zuletzt hatte es immer wieder Spekulationen von Analysten gegeben, dass die EZB auch Unternehmensanleihen der Banken aufkaufen könnte, um deren Kurse zu stützen und die sich gegenläufig entwickelnden Zinsen zu drücken.
Die Banken sehen die Politik in der Pflicht: Staatsfinanzenkrise ...   Die Banken sehen die Politik in der Pflicht: Staatsfinanzenkrise statt Bankenkrise
Infolge der jüngsten Entwicklungen haben auch die Aktienkurse der Banken drastisch an Wert verloren. Damit sie nicht noch weiter unter die Räder kommen, haben viele Staaten kürzlich ihrer Leerverkaufsverbote für Bankaktien verlängert oder erweitert.
Die Institute weisen Vorwürfe, dass sie selbst eine Mitschuld an der Krise tragen zurück. "Dies ist keine Bankenkrise, sondern eine Staatsfinanzkrise", sagte kürzlich Joachim von Schorlemer, der Deutschland-Chef von BNP Paribas. Es hänge allein an der Politik, die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen. Wege dafür sind die Staatshilfen für Griechenland, der Umschuldungsplan unter Beteiligung der Banken und die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms EFSF.
Auf nationaler Ebene haben viele Länder Bankenrettungsfonds installiert, die strauchelnde Institute auffangen sollen. Medienberichten zufolge hat erst kürzlich die deutsche Bundesregierung durchgerechnet, welches Volumen ein solcher Fonds haben müsste, um deutsche Institute im Falle einer Griechen-Pleite zu retten.
Die von den Aktienmärkten besonders hart gestraften französischen Banken haben in den vergangenen Wochen Sparpläne vorgestellt. Der Branchenprimus BNP Paribas  hat angekündigt, bis Ende 2012 risikobehaftete Vermögenswerte im Volumen von 70 Mrd. Euro auszumisten. Einzelheiten sollen im November vorgestellt werden.
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Société Générale  will durch den Verkauf von Geschäftsteilen 4 Mrd. Euro einnehmen. Die drittgrößte französische Bank Crédit Agricole  will bis Ende 2012 rund 50 Mrd. Euro Schulden abbauen. Um die Kosten zu senken, soll die hauseigene Investmentbank auf einen Teil ihres Geschäfts künftig komplett verzichten.
Die französischen Banken sind vergleichsweise stark in den südlichen Mittelmeerstaaten engagiert und begegnen deshalb großem Misstrauen. Außerdem setzen sie traditionell auf eine vergleichsweise kurzfristige Refinanzierung und sind deshalb von den jüngsten Spannungen auf dem Interbankenmarkt besonders betroffen.
Die Schweizer Bank UBS  kündigte am Donnerstag ebenfalls eine Verkleinerung des besonders risikoreichen Investmentbankings an. Interimschef Sergio Ermotti zieht damit Konsequenzen aus dem Skandal um einen UBS-Händler, der mit unautorisierten Geschäften 2,3 Mrd. Dollar verzockte. Der Vorfall kostete den bisherigen Bankchef Oswald Grübel den Job.
Grübel hatte nach einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal bereits ein Sparprogramm auf den Weg gebracht. Es sieht den Abbau von 3500 Stellen vor. Bis Ende 2013 sollen die Kosten dadurch um rund 2 Mrd. Franken gesenkt werden. Bei der heimischen Rivalin Credit Suisse  stehen 2000 Arbeitsplätze zur Disposition.
Die größte europäische Bank HSBC  strich in den vergangenen Monaten bereits 5000 Stellen und will bis Ende 2013 weitere 25.000 Arbeitsplätze abschaffen. Barclays  hat 3000 Stellen auf der Streichliste, die Royal Bank of Scotland  2000.
  • FTD.de, 30.09.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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