Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatspräsident
Nicolas Sarkozy hatten am Sonntag gemeinsame Pläne für eine Kapitalaufstockung der größten europäischen Banken angekündigt. Wenn die Institute keine privaten Geldgeber finden, sollen sie notfalls mit Staatshilfen gepäppelt werden. Deutschland und Frankreich wollen dadurch das schwindende Vertrauen der Investoren in den Bankensektor mit einem Schlag wiederherstellen. Der EU-Gipfel soll nicht weniger als eine Gesamtlösung für die Euro-Schuldenkrise bringen. Er wurde dafür am Montag um gut eine Woche auf den 23. Oktober verschoben.
Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) überprüft derzeit, welche Folgen eine weitere Zuspitzung der Schuldenkrise für die Branche hätte. Dazu wird nach FTD-Informationen für alle systemrelevanten Instituten durchgerechnet, welche Auswirkungen Abschreibungen auf Staatsanleihen hoch verschuldeter Länder für die Bilanzen hätten. In Bankenkreisen wird damit gerechnet, dass die EBA dabei Wertabschläge nicht nur auf die Anleihen von Griechenland, Irland und Portugal vornimmt, sondern auch auf Anleihen Italiens und Spaniens.
Ein deutscher Spitzenbanker sagte dazu der FTD: "Selbst wenn die europäische Bankenaufsicht EBA auf italienische Staatsanleihen in den Bankbilanzen Marktwerte ansetzen sollte, glaube ich, dass die deutschen Banken auch in einem solchen Stressszenario mit ihrer Kapitalausstattung noch gut aussehen."
In den Vorstandsetagen der Frankfurter Bankentürme macht sich Angst breit, für die aktuellen Refinanzierungsprobleme französischer und italienischer Banken in Mithaftung genommen zu werden - und ungewollt den Staat als Aktionär ins Haus zu bekommen.
Deutsche Bank -Vorstandschef
Josef Ackermann betont bei jeder Gelegenheit, sein Haus sei ausreichend kapitalisiert.