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Merken   Drucken   11.10.2011, 11:56 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Banken wollen nicht an den Tropf

Die Branchenverbände in Deutschland und Frankreich wehren sich gegen die Rekapitalisierungspläne der Politik. Die Mehrheit der Geldhäuser verfüge über ausreichend dicke Sicherheitspolster. Staatliche Eingriffe verbitten sich die Institute. von Reinhard Hönighaus  Frankfurt und Peter Ehrlich  Brüssel
Deutschlands Banken stemmen sich gegen den wachsenden Druck, in einer europäisch koordinierten Aktion staatliche Kapitalhilfen anzunehmen. "Man kann hier nicht mit der Gießkanne arbeiten", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), Michael Kemmer, am Dienstag im ARD-Morgenmagazin. Es könne zwar Fälle geben, in denen eine Rekapitalisierung nicht zu vermeiden sei. "Aber die muss man sehr genau anschauen, jeden einzelnen Fall, und sehr genau überlegen, wo es Sinn macht, Kapital reinzugeben und wo es nicht notwendig ist." Auch der französische Bankenverband FBF wandte sich gegen eine Zwangskapitalisierung.




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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy  hatten am Sonntag gemeinsame Pläne für eine Kapitalaufstockung der größten europäischen Banken angekündigt. Wenn die Institute keine privaten Geldgeber finden, sollen sie notfalls mit Staatshilfen gepäppelt werden. Deutschland und Frankreich wollen dadurch das schwindende Vertrauen der Investoren in den Bankensektor mit einem Schlag wiederherstellen. Der EU-Gipfel soll nicht weniger als eine Gesamtlösung für die Euro-Schuldenkrise bringen. Er wurde dafür am Montag um gut eine Woche auf den 23. Oktober verschoben.
Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) überprüft derzeit, welche Folgen eine weitere Zuspitzung der Schuldenkrise für die Branche hätte. Dazu wird nach FTD-Informationen für alle systemrelevanten Instituten durchgerechnet, welche Auswirkungen Abschreibungen auf Staatsanleihen hoch verschuldeter Länder für die Bilanzen hätten. In Bankenkreisen wird damit gerechnet, dass die EBA dabei Wertabschläge nicht nur auf die Anleihen von Griechenland, Irland und Portugal vornimmt, sondern auch auf Anleihen Italiens und Spaniens.
Ein deutscher Spitzenbanker sagte dazu der FTD: "Selbst wenn die europäische Bankenaufsicht EBA auf italienische Staatsanleihen in den Bankbilanzen Marktwerte ansetzen sollte, glaube ich, dass die deutschen Banken auch in einem solchen Stressszenario mit ihrer Kapitalausstattung noch gut aussehen."
In den Vorstandsetagen der Frankfurter Bankentürme macht sich Angst breit, für die aktuellen Refinanzierungsprobleme französischer und italienischer Banken in Mithaftung genommen zu werden - und ungewollt den Staat als Aktionär ins Haus zu bekommen. Deutsche Bank -Vorstandschef Josef Ackermann  betont bei jeder Gelegenheit, sein Haus sei ausreichend kapitalisiert.

Teil 2: "Das käme einer Enteignung gleich"

  • Aus der FTD vom 11.10.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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