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Merken   Drucken   23.02.2012, 10:51 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Coba macht Plus für Börse und Minus für Steuerzahler

Deutschlands zweitgrößte Privatbank hat im Geschäftsjahr 2011 mehr verdient als erwartet. Allerdings wird es keine Dividende geben und auch die Stille Einlage des Bundes wird nicht bedient. Auf griechische Anleihen schrieb die Bank weitere 700 Mio. Euro ab.
© Bild: 2011 Getty Images/Allan Baxter
Deutschlands zweitgrößte Privatbank hat im Geschäftsjahr 2011 mehr verdient als erwartet. Allerdings wird es keine Dividende geben und auch die Stille Einlage des Bundes wird nicht bedient. Auf griechische Anleihen schrieb die Bank weitere 700 Mio. Euro ab. von Frank Bremser 
Die Commerzbank  hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 637 Mio. Euro verdient und damit besser abgeschnitten als Analysten erwartet hatten. Diese hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 577 Mio. Euro gerechnet. Die Kernkapitalquote Tier-1 lag zum Jahresende bei 9,9 Prozent, von der Europäischen Bankenaufsicht EBA sind neun Prozent gefordert.
Im vierten Quartal steigerte das Institut den Gewinn von 257 Mio. Euro auf 316 Mio. Euro. Allerdings sind darin auch Einmalgewinne von 735 Mio. Euro aus dem Rückkauf von Hybridanleihen enthalten. Auf ihre griechischen Staatsanleihen schrieb die Bank weitere 700 Mio. Euro ab. Das Kerngeschäft lief nach Aussagen der Bank sehr gut. Zudem kündigte die Bank eine Kapitalerhöhung an.
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Aufgrund eines Minus von 3,6 Mrd. Euro in der Bilanzierung nach Handelsgesetzbuch (HGB) werde die Stille Einlage des Bankenrettungsfonds Soffin in Höhe von 1,9 Mrd. Euro nicht bedient. Auch eine Dividende wird es nicht geben. Die Diskrepanz zwischen dem HGB-Verlust und dem IFRS-Gewinn liege unter anderem an der unterschiedlichen Bewertung der Einlagen des Soffin und höherer Abschreibungen, vor allem auf den Buchwert der Krisentochter Eurohypo. Wie hoch die Abschreibung in der nicht-öffentlichen HGB-Bilanz ist, wollte die Commerzbank auf Anfrage nicht kommentieren.
Nachrichtenagenturen hatten gemeldet, dass der Wert auf 1 bis 2 Mrd. Euro nach unten korrigiert werde. Vor fünf Jahren war das Institut noch mit mehr als 8 Mrd. Euro bewertet worden. In der Finanzkrise hat die Eurohypo der Commerzbank aber mehr als 4 Mrd. Euro Verlust beschert.
Für das laufende Jahr rechnet Bankchef Martin Blessing  mit einer kontinuierlichen Erhöhung des operativen Gewinns, nennt aber keine konkreten Zahlen. "Die mit der europäischen Staatsschuldenkrise einhergehende hohe Unsicherheit wird uns jedoch weiterhin vor Herausforderungen stellen", sagte Blessing.
Angesichts des anstehenden Schuldenschnitts in Griechenland hat die Bank den Wert ihrer Griechen-Anleihen um 0,7 Mrd. Euro weiter nach unten korrigiert, auf nun insgesamt 26,4 Prozent. Die Commerzbank hatte bereits im dritten Quartal ihre Griechenland-Papiere um 52 Prozent wertberichtigt und dafür 1,6 Mrd. Euro Verlust verbucht. Das gesamte Staatsanleihen-Portfolio der Krisenstaaten beziffert die Bank auf 12,3 Mrd. Euro, 4,5 Mrd. Euro weniger als 2010. Das Unternehmenssegment Asset Based Finance, zu dem auch die Eurohypo gehört, habe unter anderem deswegen ein operatives Minus von 3,9 Mrd. Euro eingefahren.

Teil 2: Kapitalerhöhung um zehn Prozent

  • FTD.de, 23.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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