Das Verbot der Staatsfinanzierung über die Notenbank würde durch die diskutierten Alternativoptionen dagegen nicht berührt. Besonders der Aufkauf von anderen Wertpapieren als Staatsanleihen könnte als Unterstützung der darbenden Banken dargestellt werden. Wie sehr die Geldhäuser in der Währungsunion unter Stress stehen, wurde am Dienstag dadurch deutlich, dass Banken in der Nacht von Montag auf Dienstag die Rekordsumme von 501,933 Mrd. Euro an Überschussliquidität zum Mini-Zins von 0,25 Prozent bei der EZB parkten, statt es sich untereinander zu leihen.
Eine solche Neuausrichtung würde zum Kurs von EZB-Präsident Mario Draghi passen, der es als Aufgabe der Notenbank ansieht, Kreditgeberin der letzten Instanz für Banken zu sein, nicht für Staaten. Dieser Logik entsprechend stellte die EZB den Instituten im Dezember über drei Jahre Liquidität im Volumen von fast 500 Mrd. Euro zum Leitzins zur Verfügung, der aktuell bei 1,0 Prozent liegt. Zudem lockert sie die Sicherheitsanforderungen für solche Geschäfte. Das Volumen der Staatsanleihekäufe war seit Draghis Amtsantritt geringer als unter seinem Vorgänger Jean-Claude Trichet.
Auch die Bundesbank widersetzt sich nicht aus Prinzip Wertpapieraufkäufen. So unterstützen die deutschen Währungshüter etwa das Kaufprogramm der EZB für gedeckte Anleihen. Sollte die Euro-Notenbank jedoch die Wertpapieraufkäufe nutzen, um toxische Papiere in großen Umfang von den Bilanzen krisengeschüttelter Banken auf die Bücher der Zentralbank zu überführen, dürfte es wieder Streit im EZB-Rat geben.