Der französische Finanzminister Francois Baroin
Dexia erhält von Belgien, Frankreich und Luxemburg Staatsgarantien in Höhe von 90 Mrd. Euro. Belgien übernimmt davon 60,5 Prozent, Frankreich 36,5 Prozent und Luxemburg drei Prozent. Zudem wird das belgische Geschäft wird von der Regierung in Brüssel für 4 Mrd. Euro verstaatlicht. Die mit der Finanzierung französischer Kommunen betraute Sparte der Bank soll abgespalten und von der französischen Staatsbank Caisse des Depots (CDC) und der Postbank (Banque Postale) aufgefangen werden.
Die Staatsbürgschaft für Dexia hat nach Angaben der Ratingagentur Moody's keine unmittelbaren Folgen für die Kreditwürdigkeit Frankreichs. Die Spitzennote "AAA" sei stabil, sagte der für Frankreich zuständige Moody's-Analyst Alexander Kockerbeck der Nachrichtenagentur Reuters. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) bestätigte auf Reuters-Anfrage nicht nur die Bonitätsnote Frankreichs, sondern auch Belgiens. Das hoch verschuldete Land werde weiterhin mit der zweitbesten Note "AA+" bewertet, der Ausblick bleibe allerdings negativ, teilte S&P mit. Ein negativer Ausblick bedeutet, dass sich Belgien auf eine Herabstufung gefasst machen muss.
Rekapitalisierung weiterer europäischer Institute geplant
Wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten wird in der EU über eine Aufstockung der Eigenkapitalpolster weiterer Banken diskutiert. Sollten die Institute keine privaten Geldgeber finden, müssten erneut die Steuerzahler einspringen. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy bekräfitgte am Sonntag nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Wir werden die Banken rekapitalisieren." Bis Ende Oktober wollen Merkel und Sarkozy ein Gesamtkonzept zur Lösung der Schuldenkrise vorlegen.