Der frühere HSH-Chef Nonnenmacher muss ein Gerichtsverfahren fürchten
Im Fokus der Ermittlungen steht ein kompliziertes Geschäft, mit dem die HSH 2007 in Vorbereitung eines Börsengangs ihre Bilanz entlasten wollte. Der Deal unter dem Codenamen "Omega 55" zwang die Bank später dazu, 500 Mio. Euro abzuschreiben. Diese Belastung trug dazu bei, dass die HSH 2008 einen Milliardenverlust einfuhr und von den Haupteignern Hamburg und Schleswig-Holstein gerettet werden musste.
Auf schwere Untreue stehen Haftstrafen bis zu zehn Jahren. Noch ist unklar, ob das Hamburger Landgericht die Anklage zur Hauptverhandlung zulässt. Alle sechs Beschuldigten weisen die Vorwürfe zurück.
"Omega" kostete fünf Vorstände das Amt
Fünf von ihnen schieden infolge der Abschreibungen aus dem Amt: Im November 2008 reichte der damalige Vorstandschef Berger seinen Rücktritt ein, schon kurz zuvor hatte Risikovorstand Strauß die Bank verlassen - offiziell aus gesundheitlichen Gründen. Ende 2009 setzte die HSH dann ihren Kapitalmarktvorstand Friedrich und den stellvertretenden Vorstandschef Rieck vor die Tür. Der Aufsichtsrat warf ihnen ebenso wie Strauß Pflichtverletzungen vor. Bankchef Nonnenmacher dagegen blieb bis Anfang 2011, obwohl er 2007 als Finanzvorstand den "Omega"-Deal mit abgezeichnet hatte.
Zum Verhängnis wurden dem Mathematiker schließlich eine Reihe von Affären: Er soll Manager mit unsauberen Methoden aus dem Amt gedrängt haben. Der 2009 entlassene Kapitalmarktvorstand Frank Roth wurde mittlerweile rehabilitiert, Nonnenmacher hatte ihn des Verrats von Konzerninterna bezichtigt. Dem früheren Leiter der New Yorker Niederlassung der HSH sollen sogar Kinderpornos untergeschoben worden sein, um seinen Rauswurf zu rechtfertigen. Nonnenmacher hatte zuvor die Sicherheitsfirma Prevent beauftragt, die Führungskräfte zu bespitzeln.