Skandalkonzern:AIG-Chef erhielt trotz Staatshilfe Millionengehalt
Nach der Rettung des Versicherers und anderer US-Unternehmen versprach Präsident Obama eine Deckelung der Manager-Gehälter. Ein Untersuchungsbericht zeigt: Der Plan ist gescheitert.
Entgegen einem Versprechen von US-Präsident Barack Obama haben Manager staatlich gestützter Unternehmen in den vergangenen Jahren Millionengehälter bezogen. Das geht aus einem Bericht der Generalinspekteurin für den US-Rettungsfonds Tarp zum Umgang mit den Hilfsgeldern vor. Das US-Finanzministerium habe seit Anfang 2009 für 49 Manager Gehaltspakete im Wert von 5 Mio. Dollar und mehr gebilligt, schreibt Generalinspekteurin Christy Romero laut Financial Times. AIG-Chef Robert Benmosche bekam insgesamt sogar mehr als 10 Mio. Dollar, davon 3 Mio. Dollar in Form von Bargeld.
Robert Benmosche
Obama hatte im Februar 2009 eine Gehaltsobergrenze von 500.000 Dollar für Manager von Unternehmen wie AIG angekündigt, die "außergewöhnliche" Staatshilfen erhielten. Zusätzliche Boni sollte es nur in Form von Aktien geben, "die nicht ausgezahlt werden können, bis die Steuerzahler für ihre Hilfe zurückgezahlt wurden".
Die Regeln bezogen sich auf sieben Konzerne: AIG, die Bank of America, die Citigroup, die Autobauer Chrysler und General Motors sowie Chrysler Financial und Ally Financial. Die beiden Banken zahlten die Staatshilfen schon Ende 2009 zurück. Ally Financial, General Motors und AIG befinden sich heute in öffentlicher Hand.
Genehmigt wurden die Zahlungen von einem Beamten des Finanzministeriums, Kenneth Feinberg. Feinberg habe sich nicht nur von den Unternehmen, sondern auch von seinen Vorgesetzten im Ministerium unter Druck gesetzt gefühlt. Letzere hätten argumentiert, nur mit hohen Gehältern könnten die Unternehmen gute Manager halten, was letztlich zu einer schnelleren Rückzahlung der Staatshilfen führen würde.
Das US-Finanzministerium verteidigte die Genehmigungspraxis. Die 500.000-Dollar-Grenze sei lediglich eine Richtgröße, keine Vorschrift, schrieben die Beamten in einer Stellungnahme zum Bericht des Generalinspekteurs.
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