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Merken   Drucken   25.05.2012, 22:37 Schriftgröße: AAA

Spanische Sparkasse: Bankia-Rettung kommt Spanien immer teurer

Die teilweise verstaatlichte Bankia braucht immer mehr Geld. Der spanische Staat schoss bereits 4,5 Mrd. Euro zu. Der Bedarf könnte aber weitere 19 Mrd. Euro betragen. Die Ratingagentur S&P stuft die Bank sowie vier weitere spanische  herab. Der Euro fällt.
© Bild: 2012 Reuters/PAUL HANNA
Die teilweise verstaatlichte Bankia braucht immer mehr Geld. Der spanische Staat schoss bereits 4,5 Mrd. Euro zu. Der Bedarf könnte aber weitere 19 Mrd. Euro betragen. Die Ratingagentur S&P stuft die Bank sowie vier weitere spanische herab. Der Euro fällt.

Die Rettung der teilverstaatlichten Großsparkasse Bankia wird für die klamme spanische Regierung immer teurer. Finanzkreisen zufolge benötigt die Bank zum Überleben eine weitere staatliche Geldspritze von 19 Mrd. Euro. Bankia habe die Regierung um diese Summe gebeten, sagte ein Insider aus der Finanzbranche der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Bereits 4,5 Mrd. Euro hat die spanische Regierung in die Sparkasse gepumpt. Per saldo könnte sich der Finanzbedarf des angeschlagenen Geldinstituts damit auf 23,5 Mrd. Euro belaufen. Weder das Geldhaus noch die Regierung wollte sich zu der Angelegenheit äußern.

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Die Geldlücke wurde in den vergangenen Monaten immer höher beziffert. Spaniens Regierung hatte erst am Mittwoch den Finanzbedarf auf mindestens 9 Mrd. Euro beziffert. Wirtschaftsminister Luis de Guindos hatte versichert, Madrid werde den Bedarf der Großsparkasse voll decken.

Am Freitagabend stufte die Ratingagentur Standard & Poor's die Bankia und vier weitere spanische Banken des Landes herab. Die Bonitätsnote des teilverstaatlichten Sparkassenkonzerns Bankia sowie der Banco Popular Espanol und von Bankinter werde von BBB- auf BB+ gesenkt, teilte S&P am Freitag mit. Auch das Rating von Banca Civica und Banco Financiero de Ahorros wurde heruntergesetzt. Die Kreditwürdigkeit der beiden größten spanischen Banken Santander  und BBVA  ließ S&P unverändert.

Der angeschlagene Bankensektor ist das größte Sorgenkind der spanischen Regierung im Kampf gegen die Schuldenkrise. Erst Mitte des Monats hatte die Ratingagentur Moody's 16 spanische Banken herabgestuft, darunter auch Branchenprimus Santander.

Die Verluste bei Bankia belastet die Finanzmärkte und weckt Befürchtungen, dass die Regierung dazu gezwungen sein könnte, EU-Finanzhilfen zu beantragen.

Bankia  wurde Anfang des Monats in einer Nacht- und Nebel-Aktion teilweise verstaatlicht, weil das Institut die riesigen Verluste aus dem spanischen Immobiliencrash nicht schultern konnte.

Der Geldkonzern war erst vor zwei Jahren auf staatliche Initiative aus der Fusion schwächelnder Sparkasse entstanden. Spanien leidet schwer unter den Nachwehen einer vor vier Jahren geplatzten Immobilienblase, die dem Land inzwischen eine zweite Rezession und eine Arbeitslosigkeit in Rekordhöhe eingebrockt haben.

Sorgen um Spanien und Euro-Krise drücken Gemeinschaftswährung

Die Sorgen um den spanischen Bankensektor wie auch die Euro-Schuldenkrise belasteten den Euro. Zum ersten Mal seit fast zwei Jahren sank die Gemeinschaftswährung am Freitag zeitweilig unter die psychologisch wichtige Marke von 1,25 Dollar. Im US-Handel erholte sich der Euro leicht auf 1,2520 Dollar, nachdem er im europäischen Handel bis auf ein Tief von 1,2495 US-Dollar gerutscht war. Seit Wochenbeginn wertete der Euro damit um rund zweieinhalb Cent ab. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs auf 1,2546 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7971 Euro.

rtr/dpa/mak/brü

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