Der Fall des wegen Betrugs verurteilten früheren UBS -Händlers Kweku Adoboli könnte der Schweizer Großbank zusätzlich zum Handelsverlust noch eine Buße in zweistelliger Millionenhöhe wegen Mängeln in der internen Kontrolle einbrocken. Die Bank stehe kurz vor einer Einigung mit der britischen Bankenaufsicht Financial Service Authority (FSA), berichtete die "Financial Times". Die Buße könnte demnach zwischen 20 und 50 Mio. Pfund betragen.
Nachdem der Handelsskandal in London im vergangenen Herbst ans Licht gekommen war, hatten die FSA und die Schweizer Bankenaufsicht FINMA formelle Untersuchungen gegen UBS eröffnet. Es ging dabei um die Frage, ob die Kontrollmechanismen der Bank zur Verhinderung und Aufdeckung nicht genehmigter Handelsaktivitäten ausreichend waren und den Vorschriften entsprachen. Die Arbeit der Aufsichtsbehörden konzentrierte sich dann bis zum Ende des Prozesses auf Kweku Adoboli, der am Dienstag wegen Betrugs zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Seine Zockerei mit börsennotierten Indexfonds (ETF) trug der UBS im September 2011 einen Handelsverlust von 2,3 Mrd. Dollar ein.
Laut der "Financial Times" haben die Schweizer ihre Untersuchung abgeschlossen und warten nun auf ihre britischen Kollegen. Eine gemeinsame Erklärung von FSA und FINMA könnte in der kommenden Woche kommen.
Zahlen müsste UBS nur in Großbritannien. Die Schweizer FINMA hat von Gesetzes wegen nicht das Recht, Geldbussen zu verhängen. Sie kann organisatorische Veränderungen verlangen und auch personelle Konsequenzen verfügen. Weder FINMA noch FSA oder UBS wollten zu dem Bericht Stellung nehmen.