Die staatliche Förderbank KfW fährt weiterhin kräftige Gewinne ein. In den ersten drei Quartalen 2012 erwirtschaftete die Bankengruppe einen Konzerngewinn von 1,7 Mrd. Euro nach 1,8 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum, teilte das vom Bund und den Ländern kontrollierte Institut am Donnerstag in Frankfurt mit. "Die gute Ertragsentwicklung der KfW im ersten Halbjahr hat sich auch im dritten Quartal bestätigt. Wir liegen damit weiter deutlich über dem langfristigen Potenzial in Höhe von 1,0 bis 1,2 Mrd. Euro pro Jahr", sagte der KfW-Vorstandsvorsitzende Ulrich Schröder.
Die KfW verbuchte in den ersten neun Monaten einen deutlich von 1,78 Mrd. Euro im Vorjahr auf 2,18 Mrd. Euro gestiegenen Zinsüberschuss - die Staatsbank kann sich so günstig refinanzieren wie kaum eine andere Bank. Gleichzeitig stockte sie die Risikovorsorge im Kreditgeschäft vor allem wegen der schlechten Lage der Schifffahrtsbranche um 210 Mio. Euro auf. Das Fördervolumen sank in den ersten drei Quartalen auf 48,2 Mrd. Euro, weil die Länder-Förderbanken ihr Geld von der KfW nicht mehr für ein Jahr im Voraus, sondern quartalsweise bekommen. Rund 40 Prozent des Fördervolumens entfielen auf Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz.
Über die Verwendung des KfW-Gewinns ist in den vergangen Tagen eine Disskussion entbrannt. Bisher verblieben die Gewinne in der Bank, doch der schwarz-gelbe Koalitionsausschuss entschied am Montag, die Gewinne künftig in den Bundeshaushalt zu überführen. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier kritisierte, die KfW benötige das Geld, um kleinere und mittlere Unternehmen mitzufinanzieren.