Philip Hampton gibt sich bescheiden - aus gutem Grund: Die Prämie für Vorstandschef Stephen Hester sorgt in Großbritannien für große Aufregung. Da will Hampton nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen.
Der Aufsichtsratschef der Royal Bank of Scotland (RBS), Philip Hampton, verzichtet auf einen Bonus von 1,4 Mio. Pfund. Das teilte die Bank am Samstag mit, einen Tag nachdem eine millionenschwere Prämie für Vorstandschef Stephen Hester für Aufruhr gesorgt hatte. Hampton werde die insgesamt 5,17 Millionen Anteile, die ihm beim Antritt seiner Stelle 2009 zugesagt worden seien, nicht bekommen, hieß es von RBS. Die 2008 vom Steuerzahler gerettete Bank befindet sich zu rund 80 Prozent in Staatsbesitz.
Am Donnerstagabend war bekanntgeworden, dass Hester in diesem Jahr einen Bonus von fast 1 Mio. Pfund erhält. Er erhält zuzüglich zu seinem festen Gehalt eine variable Vergütung in Form von 3,6 Millionen Aktien der Bank, was derzeit rund 960.000 Pfund entspricht.
Premierminister David Cameron sagte am Samstag, es sei Hesters eigene Entscheidung, ob er das Geld annehme oder nicht. Cameron hatte zuvor gesagt, ein Bonus von mehr als 1 Mio. Pfund sei aus Sicht der Regierung nicht akzeptabel.
Hester war für den Niedergang der RBS nicht verantwortlich, hat den Mitarbeitern seit seinem Amtsantritt im Herbst 2008 aber einen harten Sparkurs zugemutet: In den vergangenen drei Jahren wurden rund 50.000 Stellen gestrichen. RBS hatte sich mit der Übernahme der niederländischen ABN Amro übernommen.
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