20.10.2009, 21:18
Strauchelnde Landesbank: Kopper setzt seine HSH-Vorstände durch
Befreiungsschlag für Hilmar Kopper: Der Aufsichtsratschef der angeschlagenen HSH Nordbank besetzt zwei Vorstandsposten neu und lindert das Führungschaos. Außerdem stellt er sich vor seinen in der Kritik stehenden Vorstandschef Dirk Nonnenmacher.
HSH-Nordbank-Aufsichtsratschef
Hilmar Kopper füllt den Vorstand auf - und entlastet damit seinen heftig in der Kritik stehenden Vorstandschef Dirk Nonnenmacher.
Am Dienstag berief der Aufsichtsrat der angeschlagenen Landesbank Constantin von Oesterreich zum Risikovorstand. Er kommt von der
Deutsche Bank , gilt als ausgewiesener Risikoexperte und verantwortete zuletzt das Kreditrisikomanagement Immobilien außerhalb Amerikas. Wie erwartet wurde der derzeitige Konzern-Risikochef Martin van Gemmeren zum Vorstandschef der hauseigenen Bad Bank ernannt. Er hatte zuvor das Projekt "interne Abbaubank" geleitet. Van Gemmeren wird damit Chefentsorger und für die Auslagerung und Verwaltung riskanter Wertpapiere zuständig.
Schwierige PersonalsucheKopper kommt damit bei der personellen Neuordnung der Landesbank voran. Seit Monaten ist Vorstandschef Nonnenmacher neben seinem Spitzenamt Finanz- und Risikovorstand sowie Chef für das operative Geschäft. Die Finanzaufsicht BaFin dringt seit längerem auf neue Vorstände, doch die Personalsuche gestaltet sich schwierig. Nach der Benennung der zwei neuen Vorstände ist Nonnenmacher also nur noch für drei Ressorts zuständig.
Die Landesbank geriet im Zuge der Krise in schwere Turbulenzen - und musste durch die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein sowie den staatlichen Rettungsfonds Soffin gestützt werden. Auch personell hakt es: Kopper tat sich schwer damit, Vorstände zu finden. Angesichts der öffentlichen Hilfen kann die Bank ihnen derzeit nur 500.000 Euro Jahresvergütung bezahlen - was für viele Kandidaten angesichts der desolaten Lage der Bank und damit einhergehenden Haftungsrisiken offenbar zu wenig ist.
Der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper ist jetzt Aufsichtsrat bei der HSH Nordbank
"Omega"-Transaktion lässt Nonnenmacher nicht in FriedenSeit Wochen steht das auf Schiffsfinanzierung spezialisierte Kreditinstitut in den Schlagzeilen. Besonders eine Transaktion namens "Omega" sorgt für Unfrieden. Die HSH hatte Risiken von Immobilienkrediten für 7,6 Mrd. Euro an
BNP Paribas , Lehman Brothers und
Hypo Real Estate verkauft. Was damals gegenüber der Öffentlichkeit unterschlagen wurde: Die Landesbank übernahm ihrerseits Risiken der anderen Banken und steckte sie in außerbilanzielle Zweckgesellschaften über eine Firma mit dem Namen "Omega Capital Funding" im irischen Dublin. Das unterschrieben die Vorstände, obwohl das Risikomanagement sowie Wirtschaftsprüfer von KPMG das Geschäft monierten. Es entstand ein Schaden von 500 Mio. Euro.
Auch HSH-Vorstandschef Nonnenmacher unterzeichnete die "Omega"-Transaktion. Aufsichtsratschef Kopper stellte sich am Dienstag demonstrativ vor seinen Mann. Dabei stützte sich der ehemalige Deutsche-Bank-Chef auf ein Gutachten der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer: "Ich habe jetzt die Kanzlei gebeten, den Aufsichtsrat vorab zu informieren, ob Pflichtverstöße des Vorstandsvorsitzenden festgestellt worden sind. Die Kanzlei hat mich davon in Kenntnis gesetzt, dass dies nicht der Fall ist", teilte Kopper nach der Aufsichtsratssitzung am Dienstag mit. Damit bekräftigte er seine Mitteilung von vergangener Woche. Das Freshfield-Gutachten liegt noch nicht zur Gänze vor und wird von allen Seiten heiß erwartet.
Teil 2: Die Mitteilungen im Wortlaut
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FTD.de, 20.10.2009
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