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Merken   Drucken   21.04.2009, 17:31 Schriftgröße: AAA

Streit um Abfindung: Ex-Top-Banker will Millionen von Dresdner  

Die Sparte, in der er Chef war, verlor Milliarden. Dennoch verlangt der Banker 1,5 Mio. Euro zum Abschied. Ob diese Forderung rechtens ist, muss jetzt das Frankfurter Arbeitsgericht klären. Pikant: Kurz vor seinem Ausscheiden bekam er noch 3 Mio. Euro Bonus.
Die Milliardenverluste schreibende Dresdner Bank wird von ihrem früheren Chef für das Kapitalmarktgeschäft auf die Zahlung einer Abfindung in Millionenhöhe verklagt. Jens-Peter Neumann, der die Dresdner Bank nach dem Verkauf an die Commerzbank im Januar verlassen hatte, pocht auf die Zahlung von 1,5 Mio. Euro.
Er machte seine Forderung am Dienstag vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt geltend. Die Dresdner will jedoch nicht zahlen, weil sie unter anderem wegen Belastungen in der von Neumann früher verantworteten Kapitalmarktsparte 2008 einen Verlust von 6,3 Mrd. Euro eingefahren hatte.
Am 6. August gehe die Verhandlung in die nächste Runde, weil sich die beiden Parteien nicht gütlich einigten, sagte eine Gerichtssprecherin. Ein Sprecher der Dresdner Bank wollte sich nicht äußern. Die Anwältin von Neumann war zunächst nicht erreichbar.
Kurz vor seinem Ausscheiden hatte Neumann noch einen Bonus von 3 Mio. Euro erhalten, den die Dresdner Bank überdies zurückhaben will. Die Commerzbank  hatte im Februar dieses Jahres nach der Dresdner-Übernahme sämtliche erfolgsabhängigen Prämien für 2008 für die Banker gestrichen. Unter anderem der ehemalige Bankchef Herbert Walter  hatte daraufhin auf seinen Bonus verzichtet.
Stationen bei HVB, Goldman und CSFB
Neumann war im April 2006 zu der Investmentbanktochter der Dresdner Bank gekommen. Zuvor war der heute 50-Jährige bei der HVB, Goldman Sachs und Credit Suisse First Boston beschäftigt.
Das Verfahren mit Neumann dürfte nicht das einzige für die Commerzbank und ihre Tochter Dresdner Bank bleiben: Mehrere ehemalige und noch angestellte Investmentbanker wollen die Häuser auf die Zahlung bereits zugesagter Boni verklagen. Medienberichten zufolge haben die Banker bereits Anwaltskanzleien eingeschaltet. Die frühere Dresdner-Mutter Allianz hatte den Bankern Prämien von 400 Mio. Euro versprochen.
  • Reuters, 21.04.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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