Ihre Idee: Einst große Händler von Auction Rate Securities (ARS) wie Citigroup, Merrill Lynch, UBS und Morgan Stanley sollen die Papiere zum Ausgabepreis zurückkaufen. Dagegen protestieren die meisten Banken, die ihre Bilanzen schonen wollen. Gerade die wichtigen ARS-Institute haben wegen der Finanzkrise Milliarden abschreiben müssen, ihre Aktienkurse haben sich inzwischen fast pulverisiert.
ARS-Bonds sind Anleihen mit 20 bis 30 Jahren Laufzeit, für die amerikanische Kommunen aber nur geldmarktübliche Zinsen zahlen mussten. Bei dem Auktionssystem wurden die Zinsen in kurzen Abständen neu festgelegt. Ausstiegswillige Anleger konnten zu diesen Terminen vor der Krise problemlos verkaufen, weil im Notfall Investmentbanken als Käufer einsprangen - aber nur bis zur Finanzkrise. Die Folge: Verkaufswillige Investoren bleiben seit Februar auf ihren ARS-Bonds bis zur nächsten Auktion sitzen. Als Entschädigung steigt der Zins auf den bei der Emission festgelegten Höchstsatz.
Städte finden andere Geldquelle
Da der ARS-Markt als Finanzquelle versiegt ist, kehren immer mehr Städte, kommunale Betriebe oder Behörden in den USA dem einst so beliebten Auktionssystem den Rücken und leihen sich anderweitig Geld. So haben zum Beispiel die Schulen in Palm Beach County im US-Bundesstaat Florida 116 Mio. $ in festverzinste Bonds umgeschuldet. Die Hafenbetreibergesellschaft Port Authority of New York and New Jersey sowie die Bundesstaaten Wisconsin und Kalifornien hatten ähnliche Schritte angekündigt.
Insgesamt haben kommunale Emittenten bereits rund die Hälfte aller ausstehenden ARS-Anleihen zurückgekauft oder umgeschuldet. Geschlossene Fonds, die ebenfalls ARS-Anleihen begeben haben, haben sogar zwei Drittel aller Bonds wieder erworben, heißt es in Branchenkreisen. Zuletzt hatte mit der Investmentgesellschaft Eaton Vance einer der größten Emittenten von ARS-Anleihen Bonds im Umfang von rund 300 Mio. $ zurückgekauft.
"Wir lehnen den Vorschlag der SEC rundweg ab", sagte ein hochrangiger Manager einer US-Investmentbank der Financial Times. "Der ARS-Markt wird für lange Zeit tot sein, und das Allerletzte, was wir wollen, ist, dieses Zeug auf unseren Büchern zu halten." Gleichwohl sind einige Institute dem Vernehmen nach verhandlungsbereit, da sie eine harschere Regulierung durch die SEC fürchten, die die Investmentbanken beaufsichtigt.
Zudem fürchten die Banken, dass ihr Ansehen in der Öffentlichkeit, das im Zuge der Finanzkrise ohnehin stark gelitten hat, noch weiter sinkt. Hinzu kommt, dass wegen des Zusammenbruchs des ARS-Markts derzeit rund ein Dutzend staatlicher Aufsichtsbehörden sowie New Yorks Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo Ermittlungen gegen nahezu alle führenden Investmentbanken eingeleitet haben.