Die Sparkassen müssen weitere 850 Mio. Euro auf die Landesbank Berlin (LBB) abschreiben. Das teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband am Donnerstag mit. Zusammen mit einer ersten Abschreibungsrunde im vergangenen Jahr beläuft sich die Wertminderung des 2007 erworbenen Instituts auf 1,28 Mrd. Euro. Inklusive einer stillen Einlage von 700 Mio. Euro hatten die öffentlich-rechtlichen Institute für die Landesbank 6,4 Mrd. Euro bezahlt - ein Fünftel dieser Investition müssen sie also in den Wind schreiben.
Die Abschreibungen machen deutlich, dass auch die Sparkassen vor den Folgen der Finanz- und Schuldenkrise nicht gefeit sind. Die Verluste anderer Landesbanken bekamen die Kassen nur in geringem Maße zu spüren - weil die Bundesländer als Miteigentümer einen Großteil der Garantien und Kapitalspritzen für die angeschlagenen Institute stemmten. Die LBB gehört dagegen zu 98,7 Prozent den Sparkassen.
Eingefädelt hatte den Kauf der Berliner Landesbank vor vier Jahren DSGV-Präsident Heinrich Haasis, der sein Amt im Mai an den ehemaligen bayerischen Finanzminister Georg Fahrenschon abtreten will. Kurz vor seinem Abgang holt das Geschäft Haasis nun wieder ein. Für Donnerstag hatte er die Vorstandschefs aller 427 deutschen Sparkassen nach Berlin eingeladen. Dem Vernehmen nach ging es bei dem Treffen auch um die Frage gehen, ob einzelne Geschäftsbereiche der LBB mit der ebenfalls zum Sparkassenverbund gehörenden Dekabank in Frankfurt verschmolzen werden.