KKR will mit dem bereits in Amsterdam notierten Investmentfonds KKR Private Equity Investors fusionieren und sich kurzfristig ebenfalls dort an der Euronext listen lassen.
Vorgesehen ist demnach, dass die Aktionäre von KKR Private Equity 21 Prozent an dem gemeinsamen Unternehmen halten und KKR 79 Prozent. Wie eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte, ist geplant, sich dann im Laufe des vierten Quartals aus Amsterdam zu verabschieden und in New York listen zu lassen.
Mit den Plänen nimmt KKR einen neuen Anlauf aufs Börsenparkett. Bereits im Juli vergangenen Jahres hatte die Gesellschaft bei den US-Behörden die für einen Börsengang nötigen Unterlagen eingereicht. Ziel war es, rund 1,25 Mrd. $ einzunehmen. Kurz zuvor hatte KKR-Konkurrent Blackstone auf dem Höhepunkt des Private-Equity-Booms etwa 4 Mrd. $ erlöst. Nach der Zuspitzung der Finanzkrise im Sommer 2007 hatte KKR seine Börsenpläne aber vorerst abgeblasen.
Die Unsicherheit an den Finanzmärkten hält zwar weiter an. Trotzdem scheint KKR nun entschlossen, Abschläge in Kauf zu nehmen. KKR könnte nicht mal den gleichen Betrag wie vor einem Jahr erwarten, hieß es in den eingeweihten Kreisen. Aber so könne die Gesellschaft an Vermögenswerte, an die sie glaubt, verbilligt kommen. Ein Börsengang verschafft den Firmen auch Zugang zu permanentem Kapital.
Nach Einschätzung von Beobachtern erhöht sich deshalb mit den KKR-Plänen auch der Druck auf Rivalen wie Carlyle und Texas Pacific Group (TPG). Das gilt umso mehr, als das klassische Geschäft der Private-Equity-Gesellschaften derzeit nicht mehr gut läuft. Infolge der Finanzkrise verweigern sich Banken als Kreditgeber und blockieren Transaktionen, die mit einem hohen Fremdkapitalanteil finanziert werden.
Gute Ernte im trostlosen Umfeld?
Die Probleme der Beteiligungsgesellschaften spiegeln sich auch in der
Blackstone -Aktie wider. Seit Juni 2007 hat sie 42,5 Prozent ihres Wertes verloren und notierte Ende vergangener Woche in New York mit 17,01 $ je Aktie. Die Papiere von KKR Private Equity haben seit April 2006 sogar rund 60 Prozent auf 10,25 $ eingebüßt.
Die KKR-Führungsspitze glaubt trotzdem an das Geschäftsmodell Private Equity und will als Beleg keine eigenen Aktien verkaufen. Genau wie Blackstone-Chef Steve Schwarzman haben die Verantwortlichen zuletzt immer wieder betont, dass die besten "Erntejahre" für Private Equity seien, wenn das Umfeld trostlos sei.
Zuletzt hat sich die Branche mit milliardenschweren Fonds vor allem für die erwartete Welle an Unternehmenspleiten munitioniert. Im ersten Halbjahr sammelte sie nach Daten des britischen Branchendiensts Preqin 33 Mrd. $ für Investitionen in Distressed Debt ein - also problembehaftete Unternehmenskredite.
Der Gang aufs Amsterdamer Parkett, der von
Morgan Stanley und
Goldman Sachs begleitet werden soll, ist für KKR mit weniger rigiden Listing-Anforderungen verbunden. Außerdem muss KKR dann weniger Auskunft über sensible Themen wie Gehälter und Gebühren geben, der Druck auf die Unternehmensführung ist geringer. Trotzdem strebt KKR bald nach New York, weil das Investments von US-Privatanlegern erleichtern würde.