Die Chefs von JP Morgan Chase und Morgan Stanley können aufatmen: Die Aktionärsberater ISS und Glass Lewis, die kürzlich die Aktionäre des Rivalen Citigroup zur Revolte gegen hohe Managerboni angestiftet hatten, winken die Gehaltspläne der beiden US-Großbanken durch. Die Renditen der Aktionäre und die Gehälter von JP-Morgan-Chef Jamie Dimon sowie James Gorman stünden in einem vernünftigen Verhältnis, teilte ISS mit.
Dimon kassiert für 2011 so viel Gehalt und Bonus wie 2010: 23 Mio. Dollar. Gormans Vergütung sinkt dagegen um 25 Prozent auf 10,5 Mio. Dollar. Die Aktionärsberater bemängeln jedoch Dimons Doppelrolle als Chief Executive und Chairman. Das ist in etwa so, als wäre Josef Ackermann zugleich Vorstands- und Aufsichtsratschef der Deutschen Bank.
Damit stehen die Zeichen gut, dass Dimon sowie Gorman auf ihren Aktionärstreffen am 15. Mai eine Blamage erspart bleibt, wie sie Citigroup-Chef Vikram Pandit vor zwei Wochen erlebt hat. Seine Aktionäre hatten Boni im zweistelligen Millionenbereich für Topmanager - allein Pandit sollte für 2011 rund 15 Mio. Dollar einstreichen - mit 55 Prozent Mehrheit abgelehnt.
ISS und Glass Lewis hatten ihnen dazu geraten hatten mit Hinweis darauf, dass die Citigroup als einzige US-Großbank durch den Stresstest der Notenbank gefallen war und die Dividende nicht erhöhen darf. Der Einspruch ist zwar nicht bindend, hat aber enorme Symbolkraft: So beugte Barclays-Chef Bob Diamond einer Palastrevolte vor, indem er selbst auf einen Teil seiner Boni verzichtete.