Die umstrittene Millionenzahlung der angeschlagenen HSH Nordbank an die US-Investmentbank
Goldman Sachs hat ein juristisches Nachspiel: Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Chef des Instituts, Dirk Jens Nonnenmacher, eingeleitet. Das Verfahren wegen Verdachts der Untreue richte sich auch gegen Nonnenmachers Stellvertreter Peter Rieck und den früheren Nordbank-Chef
Hans Berger , sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Die Ermittlungen gehen auf eine Strafanzeige des Hamburger Rechtsanwalts Gerhard Strate zurück. Die HSH Nordbank hatte Ende des vergangenen Jahres im Zusammenhang mit Kreditausfallderivaten 45 Mio. $ an Goldman Sachs gezahlt. Es ist allerdings unklar, ob die Landesbank dazu verpflichtet war.
Die Staatsanwaltschaft hat bereits ein anderes Verfahren wegen möglicher Untreue gegen Verantwortliche des Instituts eingeleitet, das auf eine Klage Strates zurückgeht. Darin geht es um die Frage, ob die öffentlich-rechtliche Bank risikobehaftete Geschäfte überhaupt hätte eingehen dürfen.
Inzwischen hat die HSH Nordbank die Vorwürfe mit einer Gegenanzeige gekontert. Bei der Staatsanwaltschaft sei eine Anzeige der Bank gegen Rechtsanwalt Gerhard Strate wegen falscher Verdächtigung eingegangen, sagte ein Behördensprecher. Die Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein bestätigte ihr Vorgehen.
Wirtschaftsprüfer ermitteln
Angesichts der großen Empörung um die Zahlung an Goldman Sachs hat die Bank bereits die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG beauftragt, den Vorgang aufzuarbeiten. Die HSH Nordbank hat Milliarden von den Steuerzahlern in Hamburg und Schleswig-Holstein erhalten - neben einer Kapitalspritze bekam sie Garantien. Im vergangenen Jahr erlitt die Bank einen Verlust von 2,8 Mrd Euro. Im ersten Halbjahr 2009 fiel ein Fehlbetrag von 560 Mio. Euro an.