Die Deutsche Bank unternimmt einen neuen Anlauf zum Verkauf ihrer Tochtergesellschaft BHF. Die Privatbank Kleinwort Benson interessiere sich für das Institut, teilte die Deutsche Bank am Donnerstag in Frankfurt mit. Die frühere Commerzbank -Tochter Kleinwort Benson gehört seit 2009 dem belgischen Finanzinvestor RHJ International. Sie ist bislang nur in Großbritannien und Irland vertreten und könnte durch einen Kauf der BHF ihre Aktivitäten auf Deutschland ausweiten.
Die BHF gehört seit dem Kauf von Sal. Oppenheim im Jahr 2009 zum Deutsche-Bank-Konzern und stand von Anfang auf der Verkaufsliste von Bankchef Josef Ackermann . Eine Veräußerung an die Liechtensteiner Fürstenbank LGT scheiterte im April an Einwänden der Bundesaufsicht für Finanzdienstleistungen (Bafin). Damals kündigte die Deutsche Bank an, die BHF behalten zu wollen. Schwerpunkte der BHF sind die Vermögensverwaltung und das Geschäft mit wohlhabenden Kunden.
Chef der RHJ International ist der frühere Dresdner-Bank-Vorstand Leonhard Fischer. Die belgische Beteiligungsgesellschaft zählte 2009 auch zu den Interessenten für eine Übernahme des Autobauers Opel. Nach der Übernahme von Kleinwort Benson für 240 Mio. Euro stieg der Finanzinvestor aber aus dem Rennen um Opel aus, zumal die Bundesregierung ein Konkurrenzangebot des österreichischen Autozulieferers Magna favorisierte. Letztlich entschied der US-Mutterkonzern General Motors , Opel zu behalten.