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Merken   Drucken   05.11.2012, 12:16 Schriftgröße: AAA

Urteil gegen Ratingagentur: S&P muss wegen zu guter Note zahlen

Ein australisches Gericht verurteilt Standard & Poor's zu einer millionenschweren Entschädigungszahlung. Die Ratingagentur hatte hochriskante Investments mit einem Toprating bewertet, Anleger verloren mehr als 90 Prozent ihrer Einlagen. Das Urteil ist ein Präzedenzfall.
© Bild: 2012 DPA/Bildfunk/Justin Lane
Ein australisches Gericht verurteilt Standard & Poor's zu einer millionenschweren Entschädigungszahlung. Die Ratingagentur hatte hochriskante Investments mit einem Toprating bewertet, Anleger verloren mehr als 90 Prozent ihrer Einlagen. Das Urteil ist ein Präzedenzfall.

Mit einem Toprating für verlustreiche Investments hat die US-amerikanische Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) nach einem australischen Urteil Investoren in die Irre geführt. Ihnen stehe deshalb sowohl von S&P als auch von den Instituten, die die Investitionen vor der Finanzkrise 2008 arrangierten, Entschädigung zu, entschied ein Gericht in Sydney. Das Urteil wurde am Montag veröffentlicht. S&P kündigte Einspruch an.

Es sei das erste Mal, dass eine Ratingagentur auf diese Weise für die Folgen ihrer Beurteilung der Bonität eines Finanzprodukts zur Verantwortung gezogen werde, sagte Wirtschaftsprofessor Harald Scheule von der Technologieuniversität in Sydney der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Im Zuge der Finanzkrise waren zahlreiche Wertpapiere, in denen zum Beispiel faule US-Immobilienkredite gebündelt waren, wertlos geworden - obwohl sie zuvor Bestnoten bei der Bonität erhalten hatten.

Die Klage hatten 13 Stadtverwaltungen eingereicht. Sie hatten sich auf das AAA-Rating verlassen und 16 Mio. australische Dollar  in Investments platziert, die sich im Nachhinein als hochriskant herausstellten. In der Finanzkrise 2008 verloren sie mehr als 90 Prozent ihrer Einlagen. Sie fühlten sich von S&P und der beteiligten ABN Amro Bank hinters Licht geführt. Die Richterin sprach ihnen gut 30 Mio. australische Dollar Entschädigung zu, um die Verluste sowie Zinszahlungen und Anwaltskosten auszugleichen.

Die Firma IMF aus Sydney, die die Klage für die Stadtverwaltungen führte, ziehe ähnliche Prozesse auch in Europa in Erwägung, sagte ihr Direktor John Walker.

  • dpa, 05.11.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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