Die US-Großbank JP Morgan erwartet trotz eines milliardenschweren Spekulationsverlustes einen soliden Gewinn im laufenden Quartal. Diese Prognose will Bankchef Jamie Dimon an diesem Mittwoch bei einer Anhörung vor dem Bankenausschuss des Senats abgeben. Das Geldhaus veröffentlichte bereits am Dienstag (Ortszeit) den Text von Dimons Äußerungen. Demnach betont dieser, dass der Verlust einzig den Aktionären der Bank schade, nicht aber den Steuerzahlern.
Im vergangenen Monat hatte JP Morgan mitgeteilt, bei Geschäften mit Kreditderivaten sei überraschend ein Verlust von mindestens 2 Mrd. Dollar entstanden. Eine neue Schadensschätzung enthielt Dimons Redetext nicht. Der Bankchef beschrieb die Verluste als "isoliertes Ereignis", für das eine schlechte Handelstrategie verantwortlich sei. Diese sei von der Führungsspitze nicht geprüft worden. Die Fehler seien entstanden im Zusammenhang mit dem Vorhaben, in Vorbereitung auf die neuen internationalen Kapitalregeln ("Basel III") die eigenen Risiken zu reduzieren. Dimon unterstreicht, die Bank bleibe in einer gesunden Verfassung. Die Größe des Finanzkonzerns sei nicht das Problem.
Dimon hatte in den letzten Monaten wie kaum ein anderer gegen schärfere Regulierung agitiert. Und prominente Unterstützung gefunden. Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney geißelte etwa Obamas Regulierungsreform, den Dodd-Frank Act, als zu weitgehenden staatlichen Eingriff.