Steuerfahnder haben nach Angaben des "Handelsblatts" bei deutschen Kunden der Schweizer Großbank Credit Suisse bundesweit Hausdurchsuchungen vorgenommen. Grund seien Erkenntnisse über Steuerhinterziehungen, bei "denen Milliarden von Euro am deutschen Fiskus vorbeigeschleust" worden seien, berichtete die Zeitung am Dienstabend.
Bei Credit Suisse hieß es auf Anfrage, es gebe "eine Anzahl Kunden, die belangt worden sind". Allerdings biete die Bank die fraglichen Versicherungsprodukte "schon seit einigen Jahren nicht mehr in Deutschland an", sagte ein Banksprecher der Nachrichtenagentur DPA. Bei solchen Scheinversicherungen handelt es sich laut "Handelsblatt" um Produkte der Tochterfirma Credit Suisse Life mit Sitz auf Bermuda. Insider hätten berichtet, die Bank habe normale Konten als steuerfreie Versicherungen getarnt.
Der Unternehmenssprecher sagte der DPA, es gehe um legale Bankprodukte, wie sie von vielen Geldinstituten angeboten würden. Zudem seien auch alle Kunden aus Deutschland darauf hingewiesen worden, "dass die Steuerpflicht bei ihnen selbst liegt, und das haben die Kunden unterzeichnet".
Laut "Handelsblatt" gelangten "verfängliche Daten über ein Leck innerhalb der Bank an die deutschen Steuerfahnder". Dazu könne Credit Suisse "keine Angaben machen", sagte der Sprecher. Der Zeitung zufolge werden die Ermittlungen über die Steuerfahndung Wuppertal koordiniert. Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) habe die Angaben bislang weder bestätigen noch dementieren wollen.
Der Zeitung zufolge sollen rund 7000 Kunden der Credit Suisse betroffen sein, die meisten von ihnen Deutsche. In Zürcher Finanzkreisen hieß es dazu am Dienstagabend, das sei vermutlich zu hoch gegriffen.