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Merken   Drucken   12.05.2012, 11:22 Schriftgröße: AAA

Verluste an der Wall Street: Markt bestraft JP Morgan

Der Handelsskandal um die US-Bank JP Morgan Chase hält die Finanzwelt in Atem: Anleger reichen die Aktie weiter wie heiße Kartoffeln, 15 Mrd. Dollar an Marktwert sind bereits verbrannt. Die Ratingagentur Fitch stuft die Bonität des Geldhauses herab, der Skandal könnte sogar noch größer ausfallen.
© Bild: 2010 Bloomberg
Der Handelsskandal um die US-Bank JP Morgan Chase hält die Finanzwelt in Atem: Anleger reichen die Aktie weiter wie heiße Kartoffeln, 15 Mrd. Dollar an Marktwert sind bereits verbrannt. Die Ratingagentur Fitch stuft die Bonität des Geldhauses herab, der Skandal könnte sogar noch größer ausfallen.

Der jüngste Handelsskandal kommt die größte US-Bank JP Morgan Chase  teuer zu stehen: Das renommierte Institut verlor am Freitag an der New Yorker Börse 15 Mrd. Dollar , womit der Marktwert des Unternehmens laut Bloomberg auf rund 140 Mrd. Dollar sinkt. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank  verfügt momentan über einen Marktwert von knapp 37 Mrd. Dollar.

Zuvor hatte die Bekanntgabe eines Verlustes von 2 Mrd. Dollar durch riskante Handelsgeschäfte die Ratingagentur Fitch dazu veranlasst, die Bonität der Bank herabzustufen. Die Bonitätsnote werde um eine Stufe auf A-plus von zuvor AA-minus gesenkt, teilte die Ratingagentur am Freitagabend mit. Die Aktien von JP Morgan Chase verloren an der New Yorker Börse 9,3 Prozent auf 36,96 Dollar. Damit waren sie am Freitag mit Abstand der größte Verlierer an der Wall Street. Rund 212 Millionen Aktien der Bank, das größte Handelsvolumen seit jeher, wechselten den Besitzer. Der Dow Jones -Index schloss mit moderaten Verlusten von 0,3 Prozent. Allerdings belasteten die Nachrichten den gesamten Banken-Sektor. Die Aktien von Citigroup , Goldman Sachs  und Bank of America  beendeten den Handel deutlich schwächer als der Gesamtmarkt.

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Verlust könnte noch größer ausfallen

Unterdessen räumte JP-Morgan-Chef Jamie Dimon in einem Interview mit dem US-Sender NBC Fehler ein. "Wir waren schlampig. Wir wissen, dass wir dumm waren. Wir wissen, dass es eine Fehleinschätzung gab", sagte er in der Sendung "Meet the Press", die am Sonntag ausgestrahlt werden soll. Zugleich sagte er, es sei unklar, ob die Bank gegen Gesetze oder Regeln verstoßen habe. Er versicherte, die beste Leute der Bank seien in die Sache involviert gewesen.

Einem Bericht der "New York Times" zufolge leitete die US-Börsenaufsicht SEC eine erste Untersuchung ein. SEC-Chairman Mary Schapiro sagte am Freitag vor der Presse: "Man kann durchaus sagen, dass die gesamten Aufseher darauf blicken."

Firmenchef Dimon hatte eingeräumt, der Verlust könne sogar noch um 1 Mrd. Dollar größer ausfallen. Die genaue Ursache ist unklar. Genannt hatte die Bank in dem Zusammenhang bereits einen Händler in London, Bruno Iksil, der sich im großen Stil verspekuliert haben soll. Spätestens am Dienstag bei der jährlichen Hauptversammlung wird sich Dimon wohl genauer zu dem Fall äußern müssen. Das Treffen findet in Tampa in Florida statt.

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  • Reuters, 12.05.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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