Sieben Mitarbeiter der Deutschen Bank gehören zu den Beschuldigten in dem gesamten Komplex, in dem die Ermittler 170 Menschen im Visier haben. Eine interne Untersuchung einer Rechtsanwaltskanzlei bei der Deutschen Bank habe bisher keine Hinweise auf eine Verstrickung der Mitarbeiter gegeben, sagte ein Sprecher. Gonder wollte sich am Rande der Verhandlung nicht dazu äußern, ob er auch Deutsche-Bank-Mitarbeiter anklagen wolle.
Die sechs Angeklagten am Frankfurter Landgericht hatten teilweise Geständnisse abgelegt. Der Brite Fraz M., der fast 58 Mio. Euro Steuern hinterzogen haben soll und zu Beginn des Prozesses vom Gericht noch als einer der Hauptbeschuldigten eingestuft worden war, soll nach den Vorstellungen der Staatsanwaltschaft nur für drei Jahre und neun Monate hinter Gitter. Er sitzt bereits seit 18 Monaten in Untersuchungshaft. M. habe nicht nur frühzeitig und umfassend gestanden, sondern auch darüber hinaus zur Aufklärung beigetragen. Für den ebenfalls aus Großbritannien stammenden Irfa Musa P. forderte Gonder acht Jahre und sechs Monate Haft. Er habe zwar die Tat bereut, aber nur eingeschränkt kooperiert.
Der Deutsche Björn P. und sein Vater sollen für je sechs Jahre hinter Gitter, für den Briten Wayne B. und den Franzosen Claude B. forderte Gonder fünf und vier Jahre Gefängnis. Das Urteil soll am Mittwoch nächster Woche (21. Dezember) gefällt werden.
Gonder kritisierte auch den Gesetzgeber: Obwohl die Betrügereien bereits 2009 ruchbar geworden waren, habe eine Änderung der Steuergesetze bis Juli 2010 auf sich warten lassen. "Ein schnelleres Handeln (der Politik) hätte dem Fiskus einen Steuerschaden mindestens in dreistelliger Millionenhöhe erspart", sagte der Staatsanwalt.