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Merken   Drucken   21.01.2009, 11:58 Schriftgröße: AAA

Verstaatlichte RBS: Den Schotten geht die Puste aus  

Im Geschäft mit deutschen Firmenkunden mischte die Royal Bank of Scotland kräftig mit. Nach dem Rekordverlust der Bank fürchten Kunden den Rückzug vom Markt - die Konkurrenz hofft darauf. von Sarah Speicher-Utsch (Frankfurt), Angela Maier (München) und Titus Kroder, London
Die Zeiten, in denen der Chef der Royal Bank of Scotland  (RBS) eigens nach Deutschland reiste, um dort eine Großoffensive auf dem Firmenkundenmarkt zu verkünden, sind vorbei. Anders als der ehemalige Bankchef Fred Goodwin vor gut fünf Jahren, stattet der neue RBS-Sanierer Stephen Hester Deutschland höchstens einen Besuch ab, um das Geschäft zu stutzen. Denn die zum Großteil verstaatlichte RBS fokussiert sich künftig wohl eher auf das heimische Geschäft - auch wenn es offiziell bei den Briten heißt, dass Deutschland ein Kernmarkt bleibe.
Die weltweite Verstaatlichung von zahlreichen Kreditinstituten hatte zuletzt die Angst vor einer neue Art des Bankenprotektionismus geschürt. Bankmanager wie Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sprachen von einem neuen Trend, wonach sich Banken weltweit auf ihre Heimatmärkte zurückziehen werden.
In Deutschland, wo die RBS etablierten Spielern mit aggressiven Konditionen lange Jahre Mandate abgeworben hatte, fürchten Kunden einen Rückzug. Wettbewerber hoffen wiederum darauf. "Einige Auslandsbanken ziehen sich derzeit aus Deutschland zurück. Da sehen wir für uns eine Chance, neue Kundenbeziehungen aufzubauen", so die BayernLB.
Hierzulande entwickelt sich die RBS für zahlreiche große Firmenkunden zunehmend zu einem Unsicherheitsfaktor. Im Dezember ließen die Schotten das Käuferkonsortium von Hapag-Lloyd wissen, dass sie für dessen Finanzierung nicht mehr zur Verfügung stünden. "Die wurden von London zurückgepfiffen", weiß ein Mitglied des Hamburger Konsortiums.
Auch in der Krise des Merckle-Imperiums hat sich die RBS wenig Freunde gemacht. Bei den Verhandlungen über einen Überbrückungskredit habe sich die RBS lange generell dagegen gesperrt mitzumachen, berichtete ein Verhandlungsteilnehmer. "Man hatte den Eindruck, dass die von der Queen persönlich Order hatten, das Geschäft außerhalb Englands so schnell wie möglich zurückzuziehen. Damit die britischen Staatsgelder nicht woanders versickern." Andere Häuser waren so verärgert, dass die RBS sogar aus dem Merckle-Lenkungsausschuss vorübergehend ausscheiden musste. Letztlich lenkte die RBS noch ein und zog bei dem frischen Kredit von gut 400 Mio. Euro mit.
Auch unter den Schaeffler-Banken ist die RBS das Institut, das Bankenkreisen zufolge am härtesten kämpft und eine Umstrukturierung der gesamten Conti-Schaeffler-Gruppe fordert. Die RBS hatte Schaeffler als Führerin eines Kreditkonsortiums für die Conti-Übernahme einen Kredit über 10 Mrd. Euro gewährt. Dieser Kredit, der mit Conti-Aktien besichert ist, ist allerdings tief unter Wasser.

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Royal Bank of Scotland 19,95 GBp   -0,25%  -0.05
  • Aus der FTD vom 21.01.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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