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Merken   Drucken   19.02.2009, 12:34 Schriftgröße: AAA

Vor Einstieg der Deutschen Bank: Krise drückt Postbank tief in rote Zahlen  

Ein Jahrzehnt der schwarzen Zahlen ist vorbei: Das Bonner Institut verliert unter dem Strich 821 Mio. Euro. Konzern-Chef Klein steuert um - und hält an seinem Ziel fest, eine Eigenkapitalrendite von bis zu 15 Prozent zu erwirtschaften. Das schiebt die Aktie an die Dax-Spitze.
Die Postbank  ist 2008 erstmals seit über einem Jahrzehnt in die Verlustzone gerutscht. Das Institut, das an die Deutsche Bank verkauft werden soll, erlitt im vergangenen Jahr unter dem Strich einen Verlust von 821 Mio. Euro. Im Vorjahr hatte die Postbank mit 856 Mio. Euro noch in etwa so viel verdient, wie sie 2008 verlor. Der Großteil des Verlusts fiel mit 710 Mio. Euro im vierten Quartal an.
Schuld waren vor allem Belastungen aus der Finanzkrise und Einmalverluste durch den vollständigen Abbau des Aktienbestandes, die sich insgesamt auf gut 1 Mrd. Euro summierten. Das Ergebnis war etwas schlechter, als Analysten in Konsensschätzungen erwartet hatten. Staatshilfe schließt das Institut weiter aus. Der Vorstand verzichtet für 2008 auf seine Boni, während die Mitarbeiter Prämien erhalten sollen. Die Zahlungen sollen allerdings zurückgehen.
Die Aktie der Postbank lag zu Handelsbeginn zunächst leicht im Minus, drehte aber anschließend mit sechs Prozent klar ins Plus und setzte sich damit an die Dax-Spitze.
Der Fehlbetrag vor Steuern belaufe sich auf 974 Mio. Euro, teilte das Unternehmen mit. Im Jahr zuvor hatte noch ein Vorsteuergewinn von 992 Mio. Euro in den Büchern gestanden. Im operativen Kerngeschäft konnte die Postbank ihre Erträge dagegen steigern. Der Zinsüberschuss etwa legte um 255 Mio. Euro auf 2,5 Mrd. Euro zu. Postbank-Chef Wolfgang Klein bekräftigte das Ziel der Bank, mittelfristig eine Eigenkapitalrendite von 13 bis 15 Prozent nach Steuern zu erwirtschaften. Er warnte allerdings für 2009 vor weiteren Belastungen.
Das Institut hatte Investoren bereits auf die schwachen Ergebnisse vorbereitet. Schon in den neun Monaten bis Ende September war ein Fehlbetrag von 112 Mio. Euro aufgelaufen. Die Bank hatte sich daraufhin 1 Mrd. Euro an frischem Kapital von der Muttergesellschaft Deutsche Post  besorgen müssen.
Die Krise trifft die Postbank vor allem in ihrem ausgeprägten Kapitalmarktgeschäft. In der Öffentlichkeit wird das Haus mit seinen rund 15 Millionen Klienten zwar als Privatkundenbank wahrgenommen. Tatsächlich ist die Bank aber bislang enorm abhängig vom Kapitalmarkt. Dort legt sie die enormen Kundeneinlagen an und setzte dabei unter anderem stark auf den Aktienmarkt. Im Jahr 2007 etwa kam rund die Hälfte des Vorsteuergewinns aus dem Handelsergebnis und den Finanzanlagen.
Nachdem die Verwerfungen die Bank im Herbst so stark getroffen haben, beschloss sie umzusteuern. Das Kapitalmarktgeschäft wird nun zurückgefahren. Damit werden allerdings Erträge fehlen - und es ist unklar, ob es dem Institut gelingen wird, dies durch höhere Einnahmen aus dem Kundengeschäft abzufedern.

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  • FTD.de, 19.02.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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