Die IKB-Rettungsaktion - perverser AnreizSelbst wenn es sich noch um keine Bankenkrise handeln mag - bei der IKB-Rettung mischen alle mit. Die staatliche Förderbank KfW, die Privatbanken, ja selbst die Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Kreditlinien in Höhe von 8,1 Mrd. Euro sollen bereit gestellt und ein Schutzschirm von 3,5 Mrd. Euro aufgebaut werden.
Eine teure Rettungsaktion. Und eine zweifelhafte. Wie die Bankenkrise 1931 zeigt. Ohne Staatseingriff hätten einige Banken - besonders die Dresdner Bank - die Krise nicht überstanden. Ein entscheidende Ursache für die Krise waren falsche Anreize. Professorin Schnabel spricht vom "Too-big-too-fail-Phänomen". Die Großbanken, die sich zu einem erheblichen Teil über Auslandsgelder finanziert hatten, hatten sich in ihrer Liquiditätspolitik größtenteils auf die Reichsbank verlassen. "Die Banken gehen übermäßige Risiken ein, weil sie damit rechnen können, dass der Staat am Ende einspringt. Das ist möglicherweise auch ein Problem bei der IKB, deren größter Aktionär die KfW ist. Vor diesem Hintergrund ist die IKB-Rettungsaktion kritisch zu sehen", sagt Schnabel.
Und das Fazit? Seit 1931 hat Deutschland keine schwere Bankenkrise erlebt. Die Insolvenz der Kölner Privatbank Herstatt 1974, der Zusammenbruch der Schmidtbank 2001 und die Fast-Pleite der Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden 2005 waren nur beschränkte Einzelfälle. Systemische Katastrophen wie die Savings-and-Loans-Krise in den 80er-Jahren in den USA oder die Bankenhavarien in Skandinavien oder Asien in den 90er-Jahren blieben den Deutschen erspart. Pures Können? Bankexpertin Schnabel hat da keine Illusionen: "Das ist im wesentlichen Glück gewesen."