Die Hypovereinsbank legt im ersten Quartal ein unerwartet gutes Ergebnis hin: In den ersten drei Monaten des Jahres verbuchte die Bank einen Gewinn von 730 Mio. Euro. Die Zahlen übertreffen das Vorjahresergebnis, zudem kann die Bank 20 Prozent Eigenkapitalrentabilität vor Steuern vorweisen. Das viertel Quartal 2011 hatte die HVB, die rechtlich eigentlich Unicredit Bank AG heißt, noch mit 255 Mio. Euro Verlust abgeschlossen. Im Gesamtjahr will die Deutschland-Tochter der italienischen Unicredit ihr Ergebnis leicht verbessern.
Vorstandschef Theodor Weimer ist mit dem ersten Quartal bereits sehr zufrieden. Er glaubt, dass damit bereits das beste Ergebnis des Jahres erzielt worden ist: "Ich gehe davon aus, dass wir das stärkste Quartal schon gesehen haben", sagte Weimer am Freitag. Der Ex-Investmentbanker rechnet mit einer Entwicklung wie in den Vorjahren. In der Vergangenheit ging es ab dem Jahresauftakt von quartalsweise bergab.
Hauptursache für die Ausschläge der Quartalsergebnisse ist das Handelsgeschäft. Der Vereich brachte im ersten Quartal gut 300 Mio. Euro positive Sondereffekte. Zum Ertragsanstieg trug auch die geringere Risikovorsorge für faule Kredite bei, die um gut ein Viertel auf 90 Mio. Euro sank. Ansonsten zeigten nahezu alle anderen Ergebnisgrößen der Bank nach unten. Der Zins- und Provisionsüberschuss fiel, im Geschäft mit Privatkunden/Kleinfirmen wurde weniger verdient und das Geschäft mit Millionären, also vermögenden Kunden, war ebenso rückläufig. 75 bis 90 Prozent des Ergebnisses mache die Sparte Firmenkunden und Investmentbank aus, sagt Weimer. Im Unterschied zu reinen Investmentbanken sei die HVB durch das Firmenkundengeschäft jedoch breiter aufgestellt.
Der HVB-Chef sieht "dringenden Handlungsbedarf" in den Sektoren Privatenkunden und Kleinfirmen sowie vermögende Kunden. Weil die Zinsen strukturell niedrig blieben, sei es schwer, die Kapitalkosten zu verdienen. Zudem gebe es durch mobiles Banking einen "Trend weg von den Filialen". Weimer: "Die Filialstruktur wird sich die nächsten fünf Jahre massiv ändern." Weimer sieht darin einen Branchentrend.
Nach Ansicht des HVB-Chefs sind "Filialen mit festen Öffnungszeiten von Montag bis Freitag nicht mehr zeitgemäß." So hat die Bank bereits franchiseähnliche Filialkonzepte, so genannte Finanzpartner-Filialen gestartet und experimentieret mit Videokonferenzen, bei denen Experten zugeschaltet werden. Wie es heißt, ist derzeit keine Filialschließung geplant.
Bis Anfang 2014 will Weimer 250 Mio. Euro in dem Geschäft verdienen, grob zwei Drittel mehr als bisher. Das soll auch zu einer Glättung des bislang vom Handelsgeschäft geprägten Ergebnisses beitragen.