Der Eingang der WestLB-Zentrale in Düsseldorf
Ein Sprecher der WestLB wollte dazu nicht Stellung nehmen. Die WestLB sucht mit dem Projekt eine Antwort darauf, dass Direktbanken wie ING-Diba oder Comdirect zunehmend in Konkurrenz zu den Sparkassen treten. Die Direktbanken nehmen den kommunalen Instituten immer mehr Marktanteile bei den Kundeneinlagen, der Baufinanzierung und im Konsumentenkreditgeschäft ab. Erst kürzlich hatte Hans-Peter Krämer, der Chef der Kreissparkasse Köln, vor Gefahren im Geschäft mit Baufinanzierung gewarnt.
Ob sich der WestLB-Vorstand mit seinen Plänen durchsetzen kann, ist allerdings noch unklar. Denn die Mehrheitseigner der Bank - die Sparkassen in NRW - stehen dem Projekt sehr skeptisch gegenüber. Kern der Kritik aus dem Sparkassenlager ist, dass Landesbanken mit Direktbank-Töchtern ihren Miteigentümern Konkurrenz machen - dass sich die Gruppe also selbst kannibalisiert.
Widerstand der Sparkassen
Im so genannten Verbundausschuss, wo WestLB und Sparkassen gemeinsame Vorhaben beraten, ist das Projekt bereits abgelehnt worden. Der Vorstand will es jetzt dennoch vorantreiben. Geplant ist demnach, möglicherweise nur mit einigen wenigen Sparkassen einen gemeinsamen Ableger zu gründen, in den auch das Angebot "Immo Direkt" der WestLB-Tochter Westdeutsche Immobilienbank eingegliedert werden könnte.
Reaktionen auf die Pläne der WestLB waren am Montag nur schwer zu bekommen. Rolf Gerlach, WestLB-Aufsichtsratschef und Präsident des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Es hieß aber, er sehe das Direktbank-Projekt als Option. "Solche Pläne sind mir nicht bekannt und wurden auch nicht mit uns besprochen", sagte dagegen Karlheinz Bentele, Präsident des Rheinischen Sparkassenverbands.
In der deutschen Sparkassenorganisation tobt um das Thema Direktbanken eine hitzige Debatte, seit die BayernLB mit ihrer Tochter DKB bundesweit expandiert. Zudem ist vielen in der Branche die Helaba-Tochter 1822 Direkt ein Dorn im Auge.