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Merken   Drucken   01.02.2012, 11:55 Schriftgröße: AAA

Wettbewerbsentscheid: EU-Kommission verbietet Börsenhochzeit

Der Zusammenschluss zwischen Deutscher Börse und NYSE Euronext ist geplatzt: Die Brüsseler Wettbewerbshüter fürchtet ein Monopol im europäischen Derivatehandel.
© Bild: 2011 reuters
Der Zusammenschluss zwischen Deutscher Börse und NYSE Euronext ist geplatzt: Die Brüsseler Wettbewerbshüter fürchtet ein Monopol im europäischen Derivatehandel.
Die EU-Kommission legte am Mittwoch ihr Veto gegen einen Zusammenschluss von Deutscher Börse  und NYSE Euronext  ein. "Ungeachtet der von den Unternehmen angebotenen Abhilfemaßnahmen ist die Europäische Kommission zu der Einschätzung gelangt, der Zusammenschluss behindere in erheblichem Maße effektiven Wettbewerb", teilte die Deutsche Börse mit. Gegen das Nein aus Brüssel könnten die Konzerne vor dem Europäischen Gerichtshof klagen.
Kursinformationen und Charts
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Die Brüsseler Prüfer rund um EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia stießen sich vor allem an der Marktmacht des angestrebten Börsenriesen im europäischen Derivatehandel. Deutsche und New Yorker Börse würden zusammen mehr als 90 Prozent der börslich gehandelten Derivate in Europa auf sich vereinen. Ein Großteil der Geschäfte mit diesen Papieren läuft allerdings jenseits der Börsen ab.
Derivate sind Verträge, mit denen Handelspartner Wetten auf die Kursentwicklung eines zugrundeliegenden Werts wie beispielsweise einer Aktie oder eines Rohstoffs bis zu einem bestimmten Termin wetten. Gewinnchance und Verlustrisiko dabei größer als bei einem direkten Investment in den Basiswert. Rund 90 Prozent aller Derivate weltweit werden an gar keiner Börse, sondern direkt zwischen den beteiligten Parteien gehandelt.
Gerade im Derivatehandel brächte die Fusion große Einsparungen
Trotzdem machte Almunia eine Zustimmung zu dem Zusammenschluss davon abhängig, dass die Fusionspartner eine ihrer für den Derivatehandel zuständigen Tochtergesellschaften verkaufen. Es handelt sich um die Eurex mit Sitz in Eschborn bei Frankfurt und die Londoner Nyse-Tochter Liffe. Gerade vom Zusammenschluss dieser beiden Handelsplätze erhofften sich die Börsen aber große Kosteneinsparungen - weshalb sie einen Verkauf ablehnten. Sie boten allerdings an, das Aktienderivate-Geschäft der Liffe abzustoßen.

Teil 2: Allein kann Frankfurt international nur schwer mithalten

  • FTD.de, 01.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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