Zahlreiche US-Bürger können ihre Hypotheken nicht mehr bedienen: Zwangsversteigerte Häuser in Chicago
Wie stark sich der Staat tatsächlich vom Häusermarkt zurückzieht, ist aber noch offen. Geithner schlug dem US-Kongress drei Optionen vor. Die radikalste Variante sieht eine vollständige Privatisierung des Häusermarkts vor. Die Regierung würde in diesem Fall nur noch Geringverdiener, Veteranen und Familien in strukturschwachen Gebieten beim Erwerb von Wohneigentum unterstützen. Für die USA wäre das ein Kulturwandel, vergleichbar der Streichung der Eigenheimzulage in Deutschland Anfang 2006.
Ein möglicher Mittelweg wäre, dass die Regierung auch künftig staatliche Bürgschaften zur Absicherung von Hypotheken anbietet, aber in deutlich geringerem Umfang als bislang. Dazu könnte etwa der Garantiezins so stark angehoben werden, dass er nur in Krisenzeiten attraktiv wäre, wenn private Kreditversicherer noch höhere Gebühren verlangen. Der Vorteil einer solchen Lösung wäre nach Auffassung der US-Regierung, dass für den Notfall ein staatliches Sicherungssystem bereitstünde, das nicht neu aufgebaut werden müsste.
Die dritte Variante räumt dem Staat eine weitaus größere Rolle ein. Danach würden private Kreditversicherer zwar das unmittelbare Ausfallrisiko für Hypotheken übernehmen. Sollten diese Privatunternehmen selbst zahlungsunfähig werden, würde aber ein staatlicher Rückversicherer einspringen. Für diese Bürgschaft würde der Staat von den privaten Kreditversicherern Gebühren verlangen, um die Kosten eines Zahlungsausfalls für den Steuerzahler zu begrenzen.