Das Hauptgebäude der Westdeutschen Immobilienbank AG in Mainz
Nun sprechen die Beteiligten - die WestLB, das Land und die Sparkassen in NRW - darüber, ob die Abwicklungsanstalt die Westimmo-Aktien übernehmen kann, um diese zu einem späteren Zeitpunkt zu verkaufen. Um den Wert der zuletzt stets profitablen Pfandbriefbank zu erhalten, könnte diese dabei weiter in geringem Umfang neue Kredite vergeben und einen größeren Teil der Mitarbeiter behalten, so die Überlegung. "Wir wollen konstruktiv darüber nachdenken, damit die Westimmo nicht unnötig zerschlagen wird", sagte ein Insider.
Der Fall Westimmo zeigt exemplarisch die Problematik der EU-Beihilfepolitik. Die Düsseldorfer Mutter WestLB wurde mehrfach vom Staat gerettet und wird daher von Brüssel aus dem Verkehr gezogen. Die Tochter sollte verkauft werden. Da sich wegen der Krise aber kein Käufer fand, der einen adäquaten Preis zahlen wollte, verlangt Brüssel deren Abwicklung - obwohl die Westimmo selbst keine Beihilfe bekommen hat. Ein ähnliches Schicksal droht der Eurohypo, der Immobilientochter der Commerzbank, die eigentlich bis 2014 verkauft werden müsste. Weil jedoch kein Käufer in Sicht ist, will die ebenfalls staatlich gestützte Commerzbank nun Teile der Tochter integrieren. Diesem Plan muss die EU-Kommission zustimmen. Die Verhandlungen darüber laufen.