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Merken   Drucken   26.07.2012, 10:01 Schriftgröße: AAA

Zinsmanipulation: Lloyds gerät ins Visier der Libor-Ermittler

Im Zuge der Aufklärung des Libor-Manipulationsskandals wird auch gegen die britische Großbank Lloyds ermittelt. Das Institut erlitt zudem erneut einen Rückschlag durch hohe Entschädigungszahlungen für falsch beratene Kunden.
Die britische Großbank Lloyds ist möglicherweise auch in den ...   Die britische Großbank Lloyds ist möglicherweise auch in den Libor-Skandal verwickelt. (dpa: Andy Rain)

 

Auch die britische Bank Lloyds  wird von den Ermittlungen rund um den Libor-Manipulationsskandal erfasst. Zur Gruppe gehörende Töchter hätten Vorladungen und Anfragen zu Informationen von verschiedenen Behörden erhalten, teilte Lloyds am Donnerstag mit. Die betroffenen Firmen würden mit den Behörden zusammenarbeiten. Intern sei eine gründliche Untersuchung dazu gemacht worden, teilte das Institut mit. Es sei aber nicht abzusehen, wie lange die Ermittlungen andauern und was dabei herauskommen werde.

Der Skandal um die Manipulation des wichtigen Referenzzinssatzes Libor hat die Bankenbranche weltweit erschüttert. Bislang steht die britische Bank Barclays  im Zentrum der Vorgänge. Sie muss eine Rekordstrafe von 453 Mio. Dollar  bezahlen. Weltweit stehen mehr als ein Dutzend Banken im Visier, darunter die Deutsche Bank .

Verluste durch Falschberatung

Hohe Kosten für die Entschädigung von Kunden, denen unnötige Versicherungen verkauft wurden, haben Lloyds erneut tief in die roten Zahlen gedrückt. Bis Ende Juni habe ein Minus von 641 Mio. Pfund  in den Büchern gestanden, teilte die Bank am Donnerstag in London mit. Das war zwar ein um 72 Prozent geringerer Verlust als vor einem Jahr, aber dennoch ein herber Rückschlag für die Bank. Zudem hatten Analysten mit einem Gewinn für die ersten sechs Monate des Jahres gerechnet. Die Aktie verlor im frühen Londoner Handel fast 2,4 Prozent.

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Lloyds-Chef Antonio Horta-Osorio betonte allerdings abermals, dass die Bank operativ auf Kurs sei und die für das laufende Jahr gesetzten Ziele erreichen werde. Diese hatte er allerdings im Februar bereits sehr niedrig angesetzt. So stimmte der Manager die Märkte bereits bei der Vorlage der 2011er-Zahlen auf sinkende Erträge und Margen im laufenden Jahr ein. Zudem verschob Horta-Osorio die mittelfristigen Renditeziele auf die Zeit nach 2014. Die Bank trennt sich wegen der vom Staat erhaltenen Hilfen und der Finanzkrise von zahlreichen Sparten, so dass die Erträge zurückgehen.

Beim Abbau der nicht mehr als Kerngeschäft identifizierten Sparten komme die Bank besser voran als gedacht. Daher werden die Abschreibungen im laufenden Jahr geringer ausfallen als bislang befürchtet. Der Wert dieser Geschäfte soll bis Ende 2014 unter die Marke von 70 Mrd. Pfund sinken. Im ersten Halbjahr sei das Volumen um 23 Mrd. auf 118 Mrd. Pfund gesunken. Die Bank fuhr deshalb die Risikovorsorge im ersten Halbjahr bereits deutlich zurück. Zudem sanken die Kosten.

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