Schmelzkäse 79 statt 89 Cent. Langkornreis 49 statt 59 Cent. Bio-Nudeln 89 statt 99 Cent. Pommes 69 statt 79 Cent. Die Packung gefrorene Erdbeeren 1,99 statt 2,19 Euro. Preise, so niedrig, dass kaum noch verdient wird.
Die Branche zerfleischt sich selbst. Die Umsätze sinken, die ohnehin knappen Margen auf dem deutschen Markt ebenfalls. Bereits vor der jüngsten Preissenkung warnte
Eckhard Cordes , Chef des größten deutschen Handelskonzerns
Metro : "Wir hatten in diesem Jahr bereits elf Preisrunden, und das, obwohl jeder Wirtschaftsstudent auf der Universität lernt, dass bei einem Preiskampf in einem oligopolistischen Markt keiner gewinnt. Es scheint, als wollten die Topmanager der Discounter das noch einmal herausfinden."
Doch was treibt die Händler zu diesem Experiment? Die Antwort klingt fast banal: zum einen, weil sie es können. Die Händler haben mehr Spielraum. Agrarrohstoffe wie Weizen, Kartoffeln, Milch sind 2009 billiger geworden, sodass die Händler ihre Ware für wesentlich weniger Geld bekommen.
Der zweite Grund: weil sie es müssen. Die Konkurrenz ist härter, der Markt für Discounter dichter geworden. Sogar Aldi muss um seine Stellung fürchten. Der lange unangefochtene Marktführer kann sinkende Preise immer seltener für sich behalten, kurzfristige Sonderangebote reichen nicht mehr. Aldi muss seinen Ruf als billigster Anbieter verteidigen - mit dauerhaften Preissenkungen und starken Worten. "Das Geschäftsmodell von Aldi beruht darauf, dass Aldi der Preisführer ist", sagt Christoph Schwarzl, als Partner bei der Unternehmensberatung Accenture für den Handel zuständig.