Eigentlich hat Christoph Franz derzeit nicht viel zu lachen. Der Lufthansa-Vizechef ist bei der Fluglinie für das Kerngeschäft zuständig und muss bis 2011 mindesten 1 Mrd. Euro sparen
Harter SaniererMittlerweile sind die ersten 100 Tage seiner Amtszeit bei der Lufthansa vorbei. Franz hat nach seiner anfänglichen Zurückhaltung in dieser Zeit so viel Staub aufgewirbelt wie nur wenige Manager vor ihm. Am Mittwoch präsentierte er sich erstmals den Aufsichtsräten des Konzerns und stellte dort die Eckpunkte des umfassenden Sparprogramms vor, das er sich für das Kerngeschäft, die Passage, ausgedacht hat. Das Ziel: Bis 2011 will er in dieser Sparte rund 1 Mrd. Euro sparen - indem er alle "Strukturen, Projekte, Produkte und Prozesse auf den Prüfstand" stellt. Das reicht bis zu der Frage, wer für wie viel Geld die Flugzeuge reinigt.
Es ist die erste Bewährungsprobe für den Manager, der fünf Jahre lang die Lufthansa-Tochter Swiss geführt hat, bis er Anfang Juni in die Führung des Mutterkonzerns aufrücken durfte. Mit Franz bekam die Passage erstmals einen eigenen Vorstand: Er ist zuständig für die Lufthansa-Linie und die Regionaltöchter wie Cityline, Lufthansa Italia und Air Dolomiti. Da er gleichzeitig Vize-Vorstandschef wurde, ist er zudem der aussichtsreichste Kandidat für die Nachfolge von Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber, dessen Vertrag Ende 2010 ausläuft.
Dass er hart durchgreifen kann, hat Franz bereits bei der Swiss bewiesen. Zwar hatte die Fluglinie, die aus der insolventen Swissair hervorging, schon heftige Einschnitte hinter sich, als Franz 2004 dort anfing. Doch der neue Chef trieb die Sanierung eisern voran. Als die Lufthansa ein Jahr später bei der Fluglinie einstieg, waren noch 6100 Mitarbeiter beschäftigt, 4500 weniger als drei Jahre zuvor. Die Flotte hatte er von 132 auf 69 Maschinen reduziert, die Ziele von 125 auf 69.