Der Preiskampf zwischen Lebensmittelhersteller und Händlern wird dieses Jahr besonders erbittert geführt
Die Jahresgespräche. Hier werden im Handel die Preise festgezurrt, hier geht es um die Margen für das nächste Jahr - und hier entscheidet sich, was die Butter, die Nudeln und der Fruchtsaft im Regal künftig kosten. Seit dem Herbst laufen die Verhandlungen - und nun ist Endspurt angesagt.
Nahrungsmittelkonzerne wie
Nestlé ,
Unilever oder Barilla wollen von ihren Abnehmern, den Händlern, mehr Geld für ihre Produkte. Die Händler - allen voran die Discounter, aber auch Edeka oder Rewe - wollen alles tun, um die Preise zu drücken. Die Prozedur ist eine Qual, für beide Seiten.
In diesem Jahr ist der Streit besonders heftig, wird der Preiskampf besonders erbittert geführt. Der Hauptgrund: Die Kosten für Rohstoffe und Energie sind rasant gestiegen, haben die Produktion teurer gemacht. Die Hersteller versuchen nun, die Ausgaben für Milch oder Weizen über Preiserhöhungen wieder hereinzuholen. Der Handel fürchtet, dass erneute Preissteigerungen die Kunden vergraulen - und versucht entschlossen, Begehrlichkeiten abzuwürgen. Emsig wird deshalb seit einiger Zeit versucht, die Einkaufsmacht durch Kooperationen weiter auszubauen - um den Herstellern Paroli zu bieten."Es ist schlimmer als jemals zuvor", stöhnt ein mittelständischer Getränkehersteller. "Wir stehen mit dem Rücken an der Wand. " Es gebe eine Menge Unternehmen, prophezeit der Firmenchef, "die die nächsten sechs Monate nicht mehr überleben".
Innerhalb eines Jahres hat sich der Getreidepreis fast verdoppelt - ein Anstieg wie seit 40 Jahren nicht mehr in Westeuropa. Auch für Hopfen zahlt ein Abnehmer heute doppelt so viel wie vor einem Jahr, für Braumalz etwa 80 Prozent mehr. "Unsere Branche ist von überproportionalen Kostensteigerungen betroffen", sagt Wolfgang Burgard, Deutschlandchef des Brauers
Carlsberg . Ähnlich geht es zum Beispiel den Produzenten von Butterkeksen: Sie sind besonders stark vom Weizenpreis abhängig, denn zu mehr als zwei Dritteln bestehen die Kekse aus Weizenmehl. Doch der Rohstoffpreis hat sich seit Anfang 2006 verdreifacht, mittlerweile kostet eine Tonne Weizen rund 260 Euro. Hinzu kommen höhere Kosten für Energie, Verpackungsmaterial und Transport. "In dieser Situation sind die Hersteller nicht in der Lage, die gestiegenen Kosten durch Einsparungen an anderer Stelle zu kompensieren", klagt Jürgen Abraham, Chef der gleichnamigen Schinkenfirma und Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE).