Fußgänger gehen an einer DocMorris-Apotheke in Saarbrücken vorbei
Und der das Unternehmen DocMorris gekauft hat, um damit das Land zu überrollen, sobald die Gerichte den Markt liberalisieren. Im kommenden Jahr sollte es so weit sein. Die ganze Strategie des Konzerns war darauf ausgerichtet, bald zuzuschlagen. Doch am Dienstag sind all die Pläne und Strategien vorerst in sich zusammengestürzt.
Das Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) um die Zukunft des Milliardenmarkts hat eine überraschende Wendung genommen. Die Europa-Richter sollen die Frage klären, ob auch Kapitalgesellschaften wie Celesio Apotheken betreiben dürfen oder ob das wie bislang nur studierten Pharmazeuten erlaubt ist. Ein Urteil fällen sie erst in drei bis sechs Monaten.
Am Dienstag stellte der Generalanwalt Yves Bot seinen Schlussantrag, dem die Richter meistens folgen. Und Bot befand zur Überraschung der meisten Experten: Nein, das Verbot sei gerechtfertigt, es sichere die Versorgung des jeweiligen Landes.
Für Celesio-Chef Oesterle ist das ein Desaster. In der Konzernzentrale löste die Beurteilung am Dienstag Fassungslosigkeit aus. Auch Marktbeobachter sind erstaunt: "Das ist ein katastrophales Resultat für Celesio", sagt Martin Brunninger, Healthcare-Experte der Londoner Investmentbank Bryan Garnier. An den Börsen brach die Celesio-Aktie am Dienstag um bis zu 15 Prozent ein.