Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg: Für Quelle werde es keine Rettung mehr geben
Für Quelle werde es keine Rettung mehr geben hatte spät am Abend zuvor der Insolvenzverwalter des Unternehmens, Klaus Hubert Görg, mitgeteilt. Ein Verkauf, bis zuletzt ein Hoffnungsschimmer, sei gescheitert. Quelle werde abgewickelt. Um 22.01 Uhr laufen die ersten Meldungen über die Nachrichtenticker, die 7000 Mitarbeiter und die 1500 selbständigen Partner in den Quelle-Shops hoffen da noch. Es hatte sich doch alles ganz gut angehört.
Am Morgen weiß es der Computer als erstes. "Quelle bietet keinen Ratenkauf mehr an", teilt das Warenwirtschaftssystem Manfred Kagel mit, ganz nüchtern. "Da habe ich schon geahnt: Das war's jetzt", sagt Kagel, 47 Jahre alt, seit 2005 Betreiber eines Quelle-Shops in der niedersächsischen Kleinstadt Buxtehude. Mit Universum-Fernsehern und Privileg-Kaffeemaschinen trotzte er der Konkurrenz von Media Markt oder Expert. "Bis letztes Jahr war das hier eine der zehn umsatzstärksten Filialen in ganz Deutschland", sagt er stolz. Bis zum Insolvenzantrag des
Arcandor -Konzerns, zu dem auch Quelle gehört. Seit diesem Tag im Juli ist das über Generationen gewachsene Vertrauen der Kunden weg, einfach weg.
"Beschissen" laufe es seitdem, sagt Kagel. Auf 60 bis 70 Prozent beziffert er den Umsatzeinbruch bei ihm im Shop. Mit Fankissen vom HSV und von Bayern München versucht er die Lücken in den Regalen zu kaschieren, zwei Fernseher stehen da noch, ein DVD-Spieler. Die Zentrale in Fürth kann nicht liefern. "Dabei war der Oktober immer mein umsatzstärkster Monat", sagt Kagel.