Ralf Schwager leitet unter anderem das Kaufhaus Schwager in Holzminden
"Die Branche wird schlechtgeredet. Von Medien und Experten, die in Großstädten leben und die Regeln des lokalen Marktes nicht kennen."
Das Kaufhaus sei tot, heißt es in diesen Tagen immer wieder. Die Zeit der Konsumtempel in den Innenstädten, die alles unter einem Dach anbieten, vorbei. Dabei gibt es gerade in kleinen Städten einige inhabergeführte Häuser, die sich gut am Markt halten. So wie Schwager in Holzminden.
Rund 20.000 Einwohner hat das Städtchen im Süden Niedersachsens. Im Zentrum eine Fußgängerzone mit Drogeriemarkt, italienischem Eiscafé und Spielhalle. Das zugige obere Ende der Einkaufsstraße beherrscht Schwager mit seinem Kaufhaus. Ein graubrauner Betonklotz, der die Schaufenster im Erdgeschoss zu erdrücken scheint. "Schwager - gefällt mir" steht auf dem Schild über der Eingangstür. Ein Slogan, der offenbar funktioniert.
Denn während anderswo Kaufhauskunden zu Media Markt, Ikea oder
H&M abgewandert sind, verbucht Schwager in seinen traditionellen Provinzeinkaufstempeln steigende Erlöse, setzt inzwischen rund 24 Mio. Euro im Jahr um. "Wir haben in den vergangenen Jahren immer Plus gehabt", versichert der Chef. "Auch von der aktuellen Krise haben wir bislang nichts gemerkt."