Bwin sponsert Werder Bremen
Es ist ein Ritual: Nach einem Fußballspiel ziehen die Sportler ihre Trikots aus und tauschen sie. Wenn am Wochenende die Bundesliga startet, geht es bei einigen Spielen schon vor Anpfiff um die Trikots. In Hannover etwa, wo Werder Bremen zu Gast ist.
Ein paar Beamte würden den Fußballern am liebsten schon vor dem Spiel das Hemd über die Ohren ziehen. Auf den Werder-Shirts prangt nämlich "bwin.de" - der Werbeschriftzugs des Sponsors Betandwin. Niedersachsens Landesregierung hat Werder verboten, in diesem Trikot aufzulaufen. "Wer Sportwetten bewirbt, handelt illegal", heißt es im Innenministerium lapidar. Werder wehrt sich in einem Eilverfahren gegen das Verbot. Nun muss das Verwaltungsgericht in Hannover entscheiden.
Mit ihren Klagen versuchen die Bundesländer, die privaten Konkurrenten des staatlichen Wettanbieters Oddset aus dem Markt zu drängen. Seit Wochen gehen die Behörden gegen die Privaten vor. Am Mittwoch folgte der nächste Streich: Sachsen will der deutschen Tochter des Marktführers Betandwin entweder die Lizenz entziehen oder deren Nutzung einschränken. "Wir prüfen eine Unterlassung", sagt ein Sprecher des Innenministeriums. Dem Anbieter könnte verboten werden, via Internet Wetteinsätze aus Deutschland anzunehmen.
Damit eskaliert kurz vor Ligastart der Kampf um Sportwetten. Es ist ein Kampf zwischen Politik, Wettanbietern, Sportvereinen und TV-Sendern. Ein Kampf um einen Milliardenmarkt. Die Politik hat sich dabei ein Ziel gesetzt: Das staatliche Monopol um jeden Preis zu erhalten.