Manfred Schell, der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)
Und er ist trotzig, der Oberlokomotivführer. "Das sehen wir nicht ein!" Dass ein Gericht hier einen Arbeitskampf verbiete. Weiterkämpfen wolle er - und Streiks künftig überhaupt nicht mehr ankündigen. Wird die Bahn schon sehen, was sie von ihren einstweiligen Verfügungen hat.
Aber dann sagt er noch etwas, was vergangene Woche, als er den Knallharten gab, nie zu hören gewesen wäre: "Macht die Tür auf zu Verhandlungen."
Manfred Schell, der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat hoch gepokert - und vorerst verloren. Noch vor wenigen Tagen, so schien es, war Schell einer der mächtigsten Männer der Republik. Er war es, der über den Pulsschlag des Landes entscheiden würde. Doch innerhalb kurzer Zeit entwich aus seiner Drohkulisse mehr Dampf, als eine alte Lok jemals ablassen kann.