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23.01.2012, 13:37
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Angeschlagene Drogeriekette:
Schlecker faxt sich in die Insolvenz
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2012 FTD.de
Jetzt ist er da, der Antrag, zunächst per Fax. Einen Insolvenzverwalter gibt es noch nicht - und die Zukunft von Schlecker sieht trotz der beabsichtigten Sanierung düster aus.
Die einst größte deutsche Drogeriekette Schlecker stolpert in eine ungewisse Zukunft. Am Montag beantragte die Drogeriekette - wie erwartet - die Planinsolvenz beim Amtsgericht Ulm. Zunächst ging ein unterzeichnetes Fax ein.
Am späten Vormittag hieß es vom Gericht, für die Anton Schlecker e.K., die Schlecker Homeshopping GmbH und die Schlecker XL GmbH seien die Insolvenzanträge eingegangen und zur Bearbeitung an das Insolvenzgericht Ulm weitergeleitet worden. Ein Insolvenzverwalter sei noch nicht benannt worden. "Die zweite Schlecker-Marke "Ihr Platz" und die Auslandsgesellschaften seien derzeit nicht betroffen.
Unternehmer Anton Schlecker meidet die Öffentlichkeit, hier ein Foto von 1999
Schlecker hatte am Freitag angekündigt, wegen finanzieller Engpässe in die Planinsolvenz zu gehen und sich selbst sanieren zu wollen. Europaweit rund 47.000 Beschäftigte bangen um ihre Jobs. Die Pleite ist nach der von Karstadt und Quelle alias Arcandor im Jahr 2009 der prominenteste Insolvenzfall im deutschen Handel.
Beobachter sehen Sanierung skeptisch
Beteiligte und Experten warnten am Wochenende allerdings vor einem möglichen Scheitern der geplanten Schlecker-Sanierung. Einer der wichtigen Gläubiger - der Einkaufsverbund Markant - signalisierte dem zuständigen Gericht nach FTD-Informationen schon seine Vorbehalte gegen ein sogenanntes Planverfahren in Eigenverwaltung.
Danach könnten Gesellschafter und Management weiter über das Unternehmen bestimmen. Allerdings müssten die Gläubiger freiwillig auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Zwei führende deutsche Insolvenzverwalter äußerten sich skeptisch. "Die Gläubiger werden nur zum Verzicht bereit sein, wenn auch die Eignerfamilie einen erheblichen Beitrag leistet", sagte einer der beiden Juristen, die aus Wettbewerbsgründen anonym bleiben wollten.
Angeschlagenes Familienunternehmen
For you. Vor Ort. Vorbei?
Die Eignerfamilie Schlecker droht somit die Kontrolle über das Unternehmen zu verlieren - im Extremfall könnte es zerschlagen werden. Mit 7200 Filialen und einem Umsatz von schätzungsweise knapp 6 Mrd. Euro im vergangenen Jahr war Schlecker zuletzt Nummer zwei im deutschen Drogeriemarkt hinter DM.
"Wir glauben, dass das Weiterführen des Geschäftsbetriebes für alle Beteiligten das Beste ist. Das gilt aus unserer Sicht für die Mitarbeiter, als auch für die Handelspartner und Vermieter", sagte ein Sprecher der Drogeriekette am Montag. Externe Sanierungskompetenz sei schon im Hause, fügte er hinzu, nannte aber keinen Namen.
Ob Anton Schlecker fähig oder bereit sei, weiteres Geld in das Unternehmen zu stecken, sagte er nicht. "Die Familie hat in den vergangenen Jahren eine ganze Menge an Geld nachgeschossen", fügte er hinzu. Ob Lieferanten schon Waren zurückgeholt haben oder Lieferungen ausgeblieben seien, sei ihm nicht bekannt. "Wir gehen davon aus, dass das nicht geschehen wird."
Teil 2: Der Steuerzahler zahlt jetzt erstmal die Gehälter
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FTD.de, 23.01.2012
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