In seinem Insolvenzantrag will Schlecker den Gläubigern Vorschläge unterbreiten, wie es mit dem Konzern weitergehen kann. Die Mitarbeiter wurden ebenfalls am Freitag informiert. "Wir glauben an die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens", sagte der Sprecher.
Berichte über Lieferengpässe und Zahlungsschwierigkeiten hatte die Kette zuletzt immer wieder dementiert. Die Unternehmenserben Meike und Lars Schlecker hatten auch daran festgehalten, nach jahrelang roten Zahlen bald wieder Gewinn zu machen.
Schlecker war in den vergangenen Jahren immer tiefer in Schwierigkeiten geraten. Zuletzt hatte das Unternehmen zahlreiche Filialen geschlossen und begonnen, sein altes Netz zu sanieren. Ziel ist es, mit attraktiveren Läden mit den Konkurrenten dm und Rossmann mithalten zu können.
Im Geschäftsjahr 2010 war der europaweite Umsatz um rund 650 Mio. Euro auf 6,55 Mrd. Euro gesunken. Für 2011 rechnete der schwäbische Familienkonzern erneut mit sinkenden Erlösen. Neuere Zahlen hatte Schlecker bisher nicht genannt. Angaben zu Gewinn und Verlust macht die Kette traditionell nicht.
Die Insolvenz von Schlecker kommt aus Sicht des Konkurrenten Rossmann nicht unerwartet. Gründer Dirk Roßmann sagte der dpa: "Die Insolvenz ist eine Katastrophe für die Mitarbeiter und die Inhaberfamilie, die ich seit über 35 Jahren persönlich kenne." Die rückläufigen Erlöse und der geringe Durchschnittsumsatz der einzelnen Filialen hätten die Entwicklung in der Branche absehbar gemacht. Hintergrund sei der heftige Wettbewerb im deutschen Einzelhandel, der den Verbrauchern insgesamt zugute komme, sagte der Unternehmer.