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Merken   Drucken   07.09.2012, 13:18 Schriftgröße: AAA

Annäherung im Tarifkonflikt: Flugbegleiter und Lufthansa wollen verhandeln

Es ist der heftigste Streiktag in der Geschichte der Fluggesellschaft: Über die Hälfte der Lufthansa-Flüge fallen aus, 100.000 Passagiere bleiben am Boden. Doch die Tarifparteien nähern sich an: Noch am Freitag soll es erste Sondierungsgespräche geben. Schon sind mögliche Schlichter im Gespräch.
© Bild: 2012 DPA/Peter Kneffel
Es ist der heftigste Streiktag in der Geschichte der Fluggesellschaft: Über die Hälfte der Lufthansa-Flüge fallen aus, 100.000 Passagiere bleiben am Boden. Doch die Tarifparteien nähern sich an: Noch am Freitag soll es erste Sondierungsgespräche geben. Schon sind mögliche Schlichter im Gespräch.

Mitten im bislang größten Streik bei der Lufthansa kommt Bewegung in den Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern. Noch am Freitag solle es erste Sondierungsgespräche über eine Lösung des Streits geben, sagte ein Sprecher der Kabinengewerkschaft Ufo in Frankfurt. An den Gesprächen nähmen Ufo-Chef Nicoley Baublies und Lufthansa-Passagevorstand Peter Gerber teil.

Die Arbeitnehmervertreter und die Lufthansa hatten zuvor wieder Kontakt aufgenommen, Ufo brachte eine mögliche Schlichtung ins Gespräch. "Wir sind hier nicht angetreten, um irgendwelche Privilegien durchzuprügeln. Wir sind bereit, Kompromisse zu machen. Es dürfen nur keine faulen Kompromisse sein", sagte Baublies im ZDF. Für die kommenden Tage schloss der Gewerkschafter weitere Streiks nach den drei bisherigen Wellen aus. Die mögliche Schlichtung verglich er mit einer Paar-Therapie: "Da braucht man manchmal einen Therapeuten, der sagt: Jetzt mal runterkommen."

Es gebe "zarte Kontakte" mit der Gewerkschaft Ufo, sagte Lufthansa-Sprecher Klaus Walther. Die in Medien genannten Schlichter-Kandidaten kommentierte er nicht. Ins Spiel gebracht wurden der frühere SPD-Chefs Franz Müntefering, der Hamburger Ex-Bürgermeister Henning Voscherau und der frühere Verfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier. Die Einsetzung eines Schlichters sei aber noch gar nicht beschlossen, hieß es aus Kreisen der Fluggesellschaft. Die Möglichkeit einer auf wenige Fragen verengten Schlichtung hatte Lufthansa-Vorstand Gerber ins Spiel gebracht.

Europas größte Fluggesellschaft musste am Freitag weit mehr als die Hälfte ihrer Flüge streichen, rund 100 000 Passagiere sind von dem bislang beispiellosen Ausstand der Flugbegleiter betroffen. Die Lufthansa  annullierte rund 1000 der 1800 Verbindungen auf dem Flugplan. Das geht aus einer Liste der gestrichenen Flüge hervor, die die Fluglinie auf ihrer Internetseite veröffentlichte. Die Konkurrenten der Airline und die Bahn stellten sich zum Ferienende in Süddeutschland auf einen großen Ansturm ein.

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Das Restprogramm der Lufthansa besteht wesentlich aus Flügen nicht bestreikter Tochtergesellschaften wie Germanwings. Nur wenige Überseeziele sollen am Freitag von Frankfurt und München angeflogen werden. Der Streikaufruf ging an rund 18 000 Beschäftigte an sämtlichen Lufthansa-Standorte Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin, Hamburg und Stuttgart.

Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt blieb es am Vormittag zunächst ruhig, wie ein Lufthansa-Sprecher sagte. Mit 55 000 SMS und E-Mails habe die Fluggesellschaft ihre Gäste schon früh über Flugausfälle informiert.

In Berlin sicherten die von Ufo bekämpften Leiharbeiter die Europaflüge, wie Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber berichtete. Gleichwohl fielen in der Hauptstadt zwei Drittel aller Lufthansa-Verbindungen aus. Viele Passagiere konnten aber auf Tochtergesellschaften wie Germanwings oder Swiss umgebucht werden.

Auch in Hamburg wurden etwa zwei Drittel der Flüge abgesagt, während auf kleineren Airports wenig vom Streik zu spüren war. Dort sind vor allem die Regionaltöchter der Lufthansa unterwegs, die nicht bestreikt werden.

Ufo fordert in dem seit 13 Monaten währenden Tarifkonflikt fünf Prozent mehr Lohn, das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs. Lufthansa bietet bei einer längeren Laufzeit 3,5 Prozent Lohnerhöhung, plant aber eine große konzerninterne Billigtochter mit niedrigeren Gehaltstarifen. Für die verbleibenden Lufthanseaten will das Unternehmen die Gehaltsstufen abflachen und für Neueinsteiger niedrigere Bedingungen durchsetzen.

Zum Streik aufgerufen waren rund 18.000 Beschäftigte an den Lufthansa-Standorten Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin, Hamburg und Stuttgart. Normalerweise befördert Lufthansa an einem Freitag rund 170.000 Menschen.

Die Forderungen des Lufthansa-Kabinenpersonals sind…

 

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