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  FTD-Serie: Process as a service

Geschäftsprozesse auszulagern liegt im Trend. Finanzchefs können damit nicht nur sparen, sondern auch die Organisation des eigenen Unternehmens neu aufstellen. Die FTD beleuchtet, was Process as a service bringt - und wie entsprechende Lösungen in der Praxis aussehen.

Merken   Drucken   21.09.2010, 11:00 Schriftgröße: AAA

Application-Management-Services: Rundumbetreuung für die IT

Komplexe IT-Systeme mit Hilfe einer eigenen Mannschaft am Laufen zu halten, lohnt sich für Unternehmen oft nicht. Die Aufgabe an Dienstleister zu übergeben ist eine attraktive Alternative. von Lars Reppesgaard
Wer als IT-Chef für die Systeme bei einem Automobilzulieferer zuständig ist, der ist nicht zu beneiden. Bei der Konstruktion der Teile geht gar nichts ohne Konstruktionsprogramme wie die CAD-Software Catia. Einsetzen dürfen die Lieferanten aber nicht irgendeine Version der Software. Jeder Hersteller schreibt haargenau vor, welche Versionsnummer der Konstruktionslösung genutzt werden darf, damit die Dateien mit den Konstruktionsdaten auch haargenau zu den Lösungen passen, die in Wolfsburg, Ingolstadt, München oder Stuttgart im Einsatz sind.
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Das Problem ist dabei nicht nur, dass Audi, Volkswagen , Mercedes oder BMW  verschiedene Catia-Versionen benutzen, sodass ein Zulieferer oft mehrere davon betreiben muss. "Welche Version der Software genutzt werden soll, ändert sich auch noch mehrmals pro Jahr", sagt Rolf Schmitzer, der beim Stuttgarter Beratungs- und Softwarehaus Cenit den Vertrieb der Anwendungsservices für kleine und mittelständische Unternehmen verantwortet: "Oft lassen die Hersteller den Lieferanten gerade mal zwei Wochen Zeit für die Umstellung." Mit einem Schlag müssen dann die wichtigen Systeme des Unternehmens modernisiert und getestet werden. Auch die IT-Abteilungen großer Mittelständler sind damit oft überfordert. "Für solche Installationen und Tests braucht man Fachleute, die sich in der Tiefe auskennen", sagt Schmitzer.
Genau diese Fachleute gibt es bei Dienstleistern wie Cenit. Mit dem Angebot, Anwendungen bedarfsorientiert bereit zu stellen, zu warten und weiter zu entwickeln, füllen sie deshalb eine wichtige Lücke. Als Anbieter von Application-Management-Services übernehmen sie die komplette Prozessverantwortung für die Unternehmensanwendungen. Das reicht von Applikationsentwicklung über Implementierung, Wartung und Support bis hin zu Migrationen oder Systemablösungen sowie Beratung der Anwender. Nur laufen tun die Anwendungen nach wie vor auf den Servern der Kunden. "Wir sorgen dafür, dass nicht jeder das Rad immer wieder neu erfinden muss", sagt Schmitzer. Große Zulieferer wie Webasto oder Mann + Hummel gehören zu den Kunden, die Cenit als Troubleshooter und Wachmannschaft für die eigene Systemwelt engagiert haben.
Vermehrt Mittelständler als Kunden
Viele Konzerne haben bereits seit einiger Zeit Teile der Systempflege im Rahmen von Outsourcing-Vereinbarungen ausgelagert. Siemens  etwa lässt zentrale Bestandteile der hauseigenen IT-Landschaft von seiner Sparte Siemens IT Solutions and Services (SIS) verwalten. Darunter fallen das Enterprise-Resource-Planning-System, Lösungen für Business-Intelligence, Supply-Chain-Management- und Collaboration-Software sowie Web-Applikationen. Eon hat die Pflege seiner SAP -Anwendungen an den internationalen IT- und Beratungsdienstleister Logica übertragen. Für Airbus übernimmt Logica nicht nur die Wartung der Systeme für Dokumentenmanagement, Archivierung, Groupware und Knowledge-Management. Der Dienstleister hat zudem die Aufgabe, die Systeme zu optimieren und weiter zu entwickeln.
Rund 50 Prozent der Leistungen werden offshore in der indischen Logica-Niederlassung in Chennai erbracht. Den Rest übernehmen Mitarbeiter, die an den Airbus-Standorten Hamburg und Toulouse angesiedelt sind. So nimmt das Unternehmen Skeptikern den Wind aus den Segeln, die befürchten, dass sie bei Hilferufen auf irgendein Callcenter am anderen Ende der Welt verwiesen werden. "Unsere Kunden sprechen immer mit ihrem Logica-Ansprechpartner vor Ort. So ist die Kommunikation im Projekt stets klar und effizient", sagt Torsten Straß, Deutschlandchef von Logica.
Die Marktbeobachter von Lünendonk erwarten, dass in Zukunft nicht nur Konzerne, sondern zunehmend auch Mittelständler in die Auslagerung von IT-Dienstleistungen investieren. "Kostendruck, Liquiditätsgründe und die Notwendigkeit zur Fokussierung auf Kernkompetenzen drängen mittelständische Unternehmen dazu, dem Beispiel der Großunternehmen zu folgen und verstärkt IT-Prozesse auszulagern", sagt Jörg Hossenfelder, Geschäftsführender Gesellschafter von Lünendonk.
Anbieter wie Cenit oder TDS in Neckarsulm könnten von diesem Trend profitieren, weil die Anwendungsbetreuung ein weniger sensibles Thema ist als etwa die komplette Auslagerung von Systemen aus Bereichen wie Personalwesen, Kundenmanagement oder Entwicklung.

Teil 2: Impulse für die Weiterentwicklung

  • FTD.de, 21.09.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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