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Merken   Drucken   06.09.2012, 15:32 Schriftgröße: AAA

Arbeitskampf der Flugbegleiter: Trotz Lufthansa-Streik ans Ziel kommen

An deutschen Flughäfen droht Freitag Chaos: Wegen des bundesweiten Flugbegleiterstreiks streicht die Lufthansa 1200 Flüge. Doch es gibt Alternativen. Ein Wegweiser für Reisende.
© Bild: 2012 DPA/Frank Rumpenhorst
An deutschen Flughäfen droht Freitag Chaos: Wegen des bundesweiten Flugbegleiterstreiks streicht die Lufthansa 1200 Flüge. Doch es gibt Alternativen. Ein Wegweiser für Reisende.

Die Unabhängige Flugbegleiterorganisation (Ufo) plant für Freitag einen ganztägigen Streik. Das Kabinenpersonal ist an den Flughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin-Tegel, Hamburg und Stuttgart aufgerufen, von 0 Uhr an für 24 Stunden die Arbeit niederzulegen. Die Lufthansa muss daher zwei Drittel ihrer geplanten Flüge annullieren. Damit entfallen rund 1200 Flüge.

Es ist der dritte Streiktag - zuvor waren die Flugbegleiter in Frankfurt, München und Berlin jeweils für mehrere Stunden in den Ausstand getreten, Zehntausende Fluggäste waren an den Airports gestrandet, Hunderte von ihnen mussten auf Feldbetten übernachten.

Ja, obwohl erst ab Freitag gestreikt wird, sind bereits am heutigen Donnerstag über 50 Flüge gestrichen worden, wie die Fluggesellschaft auf ihrer Internetseite unter Flugunregelmäßigkeiten mitteilt. Ein Großteil davon betrifft die besonders lukrativen Langstrecken wie zum Beispiel nach Nordamerika, bei denen die Flugzeuge bereits am Donnerstag in Richtung Übersee abfliegen und am Freitag ihr Ziel in Deutschland erreichen sollen. Auch Flüge am Samstag sind von Annullierungen betroffen.

Die Website der Lufthansa informiert über die aktuelle Flugsituation zum Streik und unter der Rubrik Ankunft & Abflug welche Flüge gestrichen werden.

Der aktuelle Flugstatus oder Infos über eine Umbuchung kommen auch per SMS direkt aufs Handy, wenn man die eigene Handynummer bei der Buchung angeben hat. Eine Registrierung für diesen Service ist auch über das Miles & More-Konto möglich. Auch informiert Lufthansa über die aktuelle Lage über Twitter und Facebook

Nicht bestreikt werden die von den Lufthansa-Tochterfirmen Eurowings, Cityline, Germanwings, Swiss und Austrian Airlines durchgeführten Flüge. Im persönlichen Reiseplan werden sind diese zum Beispiel mit dem Hinweis "operated by Lufthansa City Line" ausgewiesen.

Ja, Passagiere, deren Flüge gestrichen wurden, dürfen kostenfrei stornieren oder aus Kulanzgründen ihr Ticket, das vor oder am 4. September 2012 mit Abflug vor Samstag (8. September 2012, 23:59 Uhr) ausgestellt wurde, einmalig kostenfrei auf einen Alternativflug von Lufthansa, Austrian Airllines, Brussels Airlines, Germanwings oder Swisss umbuchen. Das neue Reisedatum muss vor dem 30. November 2012 liegen und Start- und Zielpunkt der Reise dürfen nicht verändert werden.

Wer Freitag garantiert abheben will, kauft sich auf eigene Faust ein Ticket bei der Konkurrenz. Vom Streik dürfte Air Berlin profitieren. Die zweitgrößte deutsche Fluglinie hat angekündigt, für Freitag auf zwölf innerdeutschen Flügen größere Maschinen einsetzen, sagte eine Sprecherin.

Die Deutsche Bahn stellt sich auf mehrere tausend zusätzliche Fahrgäste ein. Das Unternehmen will "alle zur Verfügung stehenden Züge bereitstellen". Vor allem auf den Strecken Frankfurt-München, Frankfurt-Berlin und München-Stuttgart rechnet die Bahn mit großem Andrang.

Flugtickets für innerdeutsche Strecken können für Fahrten mit der Bahn nicht automatisch genutzt werden, aber Passagiere können ihr elektronisches Ticket für die eingetragene Strecke online, am Check-in-Automaten oder Lufthansa-Schalter in einen Reisegutschein für die Deutsche Bahn umwandeln lassen.

Die ausgegebenen Gutscheine berechtigen Fluggäste bei innerdeutschen Verbindungen zum direkten Einstieg in den Zug. Abweichend hiervon müssen diese bei internationalen Verbindungen vor Fahrtantritt in einem DB Reisezentrum gegen eine Fahrkarte eingetauscht werden.

Für Urlauber, die nach Mallorca wollen, ist ein Mietwagen keine Alternative. Aber Geschäftsreisende, die innerdeutsch fliegen, können auf einen Leihwagen kurzfristig umsteigen, indem sie auf der Homepage der Autovermieter wie Avis, Europcar, Hertz und Sixt ein Fahrzeug reservieren. Die Kosten dafür trägt jeder selbst. Der Autovermieter Sixt bereitet sich wegen des Streiks am Freitag auf einen Ansturm vor. "Wir halten uns bereit und stellen uns auf eine erhöhte Nachfrage ein", sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Wesentlich kostengünstiger, aber deutlich langsamer kann man auch mit dem Bus ans Ziel kommen. Die Busse von Deutsche Touring und Eurolines fahren mehrmals täglich zu festen Zeiten zwischen größeren Städten innerhalb Deutschlands und in die Nachbarländer. Die Tickets müssen vor Fahrtantritt gebucht werden.

Gefunden bei: stern.de

  • stern.de, 06.09.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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