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Merken   Drucken   23.04.2010, 11:27 Schriftgröße: AAA

Arriva-Kauf: Staatskonzern Bahn auf Raubzug  

Kommentar Große Zukäufe dürfen für die Deutsche Bahn kein Selbstzweck sein. Die teure Übernahme von Arriva lässt sich nur rechtfertigen, wenn der Konzern nicht dauerhaft vom Staat kontrolliert wird. von Leo Klimm 
Rüdiger Grube dreht das ganz große Rad. Der Bahn-Chef ist gerade ein Jahr im Amt, da setzt er mit seinem von Wirtschaftskrise und ICE-Pannen gezeichneten Konzern mal eben zur größten Übernahme der Firmengeschichte an. Grube will für den britischen Rivalen Arriva einschließlich Schulden satte 2,7 Mrd. Euro ausgeben. Manche nennen das Größenwahn.

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  • Aus der FTD vom 23.04.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 06.05.2010 21:16:55 Uhr   Peer: Gesunder Menschenverstand?

    Noch vor kurzem wollte Gevatter Mehdorn das Volksvermögen des Steuerzahlers in der Höhe des halben Bahnvermögens
    für gerade ca. 3-4 Mrd. schnellstens über die Börse verscherbeln, die Bahn brauche sofort "Barmittel für Weltexpansion".
    Man vergießt, dass die Bahn der größte Immoblienbesitzer der Republik mit ca. 150-200 Mrd. Immobilienvermögen ist, jeder Cent mit Steuern gegründet.
    Bei der geplanten Privatisierung sollten noch 75 Mrd. Instandhaltungskosten dem Steuerzahler für die nächsten 15. Jahre ans Bein genagelt werden.
    Dabei verpulvert die Bahn für zweckfremden Wahnsinn seit Jahren zig-Milliarden z.B. irgendwelche Verladehäfen in Wladiwostok (ähnlich Daimler: 30 Mrd für Chrysler).
    Oder die mal eben 4-8.Mrd in Stuttgart fürs Bahnhofverbuddeln, einfach weil’s ultimativ ist und der Kickback der lokalen Baufirmen so sicher besser flutscht.
    Und in Deutschland fahren die ICEs seit Enschede wissentlich mit zerbröselnden Achsen, die Türen fliegen raus, die Bahndämme zerfallen und die Züge schleichen nur noch überfüllt rum.
    Die Wartungsintervalle der Züge werden nach wirtschaftlichen Vorgaben von fachfremden Beamtenhengsten bestimmt und in der Hauptstadt der drittgrößten Handelsnation laufen Besucher monatelang zu Fuß, weil die Bahn jahrelang die S-Bahn mutwillig ausbeutet und mangelnd Instand hält.
    Und wenn wieder mal ne Ortschaft wegen Radbruch abfackelt, dann können sich die Angehörigen durch drei Instanzen 10 Jahre klagen, weil alles ja unvorhersehbar war.
    Genauso die Situation bei Autobahnen - vom Steuerzahler zehnmal bezahlt. Jährlich werden 65 Mrd. an verkehrzugehörigen Steuern und Abgaben vom Staat kassiert, in Instandhaltung der Straßen fließen aber gerade 4.Mrd p.a. zurück (mal eben unauffällige Aufhebung der "Zweckbindung der Steuerabgaben" unter Kohl, keiner hat’s gemerkt).
    Nun muss die Hälfte der Autobahnen nicht mehr preiswert saniert sondern komplett ersetzt werden.
    Aber dank PPP wird der Steuermichel wieder alles vergessen und nix merken, genauso wie bei Wasserversorgung, Kläranlagen, Gebäudeleasing quer in der Republik.
    Nun also wieder mit großem Pathos und "fürs Vaterland" die PKW-Maut, Pickerl an Privatautobahnen und Benzinverteuerung fürs Klima.
    Auch die neue Nationalaufgabe "Schlaglöcher" - früher hat keiner darüber geredet, sondern es wurde als Kernpflicht
    der staatlichen Infrastrukturfürsorge einfach getan, nun produziert sich Ramsauer täglich halbes Jahr darüber - und trotzdem brechen wie früher in der DDR überall die Achsen.
    Ähnlich glorreich die "Privatisierung" der Post.
    Mittlerweile besitzt sie wahrscheinlich die Post in Uruguay und alle Luftdrehkreuze in den USA,
    hier aber kann der Steuerzahler die Pakete im Tante Emma Laden an der Wursttheke aufgeben.
    .. und die Rente ist ja bekanntlich sicher, weil wir mit der Ökosteuer seit 15 Jahren für die "Rente tanken"!

    9.Mai ist Zahltag - Alles wird gut!

  • 30.04.2010 18:44:14 Uhr   Helga Maria: Nahverkehr in Dänemark
  • 29.04.2010 14:50:07 Uhr   C. Fricke: Fehlkauf Arriva
  • 24.04.2010 01:50:09 Uhr   Jupp: 9.Mai ist Zahltag - Größenwahn wohin man si...
  • 24.04.2010 00:21:29 Uhr   TreBon: Naja
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