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Merken   Drucken   15.04.2011, 14:42 Schriftgröße: AAA

Atomdebatte: RWE will Prognose korrigieren

Die nach der Japan-Katastrophe neu entflammte Atomdebatte veranlasst den Versorger zur Vorsicht: RWE will die erst zwei Monate alte Geschäftsprognose überholen. Bei der Neuberechnung kommen aber nicht nur Belastungen zum Tragen, sagt die Konzernleitung.
Der Energiekonzern RWE  will nach der Atomkatastrophe in Japan seine Prognosen neu berechnen. "Die Mittelfristziele werden auf den Prüfstand gestellt", sagte RWE-Chef Jürgen Großmann der "Börsen-Zeitung".
RWE-Chef Jürgen Grossmann hatte zuletzt vor zwei Monaten seine ...   RWE-Chef Jürgen Grossmann hatte zuletzt vor zwei Monaten seine Ziele gesenkt
Durch Fukushima und das Atommoratorium hätten sich die Berechnungsgrundlagen und die Gewichtungen in der Branche verschoben. Die Aktie des Betreibers von Kernkraftwerken verlor am Freitag rund ein halbes Prozent, während der DAX zulegte.
RWE hatte erst im Februar seine Ergebnisziele heruntergeschraubt. Bislang ging der Essener Konzern davon aus, dass das Betriebsergebnis bis 2013 um gut ein Drittel im Vergleich zu 2010 sinken wird. Das bereinigte, sogenannte nachhaltige Nettoergebnis prognostizierte RWE für 2013 um fast 50 Prozent unter dem derzeitigen Niveau. Dabei sind auch Verkäufe vorgesehen. Nun ist fraglich, ob diese Prognose eingehalten werden kann.
Die aufgrund des Atom-Moratorium zu erwartenden Ergebniseinbußen hatte Großmann zuvor mit einem dreistelligen Millionenbetrag beziffert. "Der Schaden resultiert daraus, dass der Strom aus Biblis bereits im Vorfeld verkauft worden ist zu niedrigeren Preisen, als wir ihn nun am Markt zurückkaufen können. Allein hierbei reden wir über einen dreistelligen Millionenbetrag", hatte er am Donnerstag im dpa-Gespräch gesagt.
Bei der nun anstehenden erneuten Überprüfung der Mittelfristziele kämen nicht nur Belastungen durch den Ausfall von Atomkapazitäten zum Tragen, auch positive Effekte müssten berücksichtigt werden, sagte Großmann. "Wir profitieren zum Beispiel von den gestiegenen Strompreisen, die sich allerdings erst mittelfristig in den Ergebnissen niederschlagen werden", ergänzte der Vorstandschef.
  • FTD.de, 15.04.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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